Ergänzungs-Set Lineartrieb

Hi,
ich hatte gerade ne Inspiration :wink: Die Materialien für das Basis-Set sind inzwischen bei mir eingetroffen und ich hab versucht mit der Schieblehre am Extrusionsprofil rumzumessen um noch fehlende Maße rauszufinden und dabei kam mir dann die Idee.

Hab zwar noch genügend andere Baustellen, aber konnte es mir nicht verkneifen den Gedanken doch mal eben festzuhalten.

siehe Näheres dazu unter:

http://wiki.opensourceecology.de/Ergänzungs-Set_Lineartrieb


Gruss, Oliver

PS: Und frohes neues Jahr!

Hi Leute,

mit drei Tagen konzentrierter Arbeit und etwas Hirnschmalz ist es mir jetzt gelungen, ein relativ einfaches Jig zu bauen, mit dem ich die Slider-Elemente aus PTFE oder auch POM mit einer wiederholbaren Genauigkeit herstellen bzw. zuschneiden kann. Also ggflls. auch in größeren Mengen.

Dabei kann ich schon während des Herstellungsprozesses einfache Anpassungen und Feintunings bezügl. der Strammheit bzw. des Spiels vornehmen, also z.B. so, dass es ganz am Anfang zunächst etwas strammer und nach einigen Malen hinundherschieben und etwas Abrieb dann optimal läuft, ohne überhaupt schon die eigentlich dafür vorgesehene Stellschraube dafür zu benutzen. Letztere kann dann wesentlich später zum Einsatz kommen, also etwa wenn nach längerem Gebrauch aufgrund von Abrieb mal wieder eine erneute Anpassung des Spiels erforderlich werden sollte.

Ich bin erfreut das das tatsächlich in der Praxis so klappt wie ich es mir in der Theorie vorgestellt habe, ich war mir im Vorfeld diesbezüglich nicht ganz sicher. Im Moment arbeite ich daran, einen kompletten Lineartrieb zu bauen um damit endgültig die Funktionstüchtigkeit dieses Prinzips unter Beweis zu stellen bzw. zu demonstrieren.

Wenn das auch wunschgemäß klappen sollte, dann stellt dieses System eine ernstzunehmende und deutlich kostengünstigere Alterative zu Systemen wie Openrails, mit seinen teuren Spezialschienen und V-Groove-Kugellagern und zu Vslot mit seinen teuren Spezial-Extrusionsprofilen und „Doppel-V-Groove“-Kugellagern dar (d.h., bei uns genügt ein einfache Stück Plastik und man kann es mit Standard T-Slot-profilen verwenden, und braucht nix Spezielles). Und nebenbei ist das System für spielarme Anwendungen mit höherer Genauigkeit geeignet. Ok, letzteres liegt in der Natur der Sache: Rollen und Zahnriemen basierte Systeme sind generell etwas schneller, da weniger Reibung, aber auch etwas ungenauer. Bei Slider-basierten Systemen kann man das Spiel in Anpassung an die Erfordernisse der jeweiligen Anwendung einstellen, aber auf Koste ggflls. erhöhter Reibung. Was bei einem Stepper-Motor mit gegebenem Drehmoment dazu führen würde, dass die Sache etwas langsamer wird.

Dies gilt aber auch nur für einen direkten Vergleich unter gleichen Bedingungen, sprich gleichstarkem Motor.

In der Praxis spricht aber natürlich nix dagegen, den scheinbaren Nachteil durch einen etwas stärkeren Motor zu kompensieren, falls eine hohe Geschwindigkeit wichtig für die Anwendung sein sollte. Das scheint mir aber eher ein kommerzieller Aspekt zu sein, grundsätzlich ist mir persönlich eine höhere Genauigkeit wichtiger als eine hohe Geschwindigkeit, aber ungeachtet dessen kann ich mit einem stärkeren Motor für ein paar Euro mehr auch beides haben.

Naja, soviel zur Theorie, in der Praxis ist jetzt erstmal wichtig, einen kompletten Lineartrieb auf die Reihe zu bekommen, nicht zuletzt auch deswegen, damit wir auf der Messe im August etwas Konkretes vorzuzeigen haben. Und abgesehen davon brauch ich den natürlich auch, um endlich mal die ganzen Teile für das Basis-Set automatisiert bohren zu können, ich stell mich doch nicht hin und mach das alles von Hand :wink: :wink:

Gruss, Oliver

Hallo Oliver,

paar Anmerkungen zu Deiner Gleitführung gestattest Du mir hoffentlich.

  1. Material
    POM, ich weiss nicht. PTFE eher. Eine andere Möglichkeit wäre PA (Polyamid), da gibts die Möglichkeit, da eine gewisse Selbstschmierung einzubauen.
    Du kannst das Polyamid in Öl (Maschinenöl, Getriebeöl) kochen. Wenn Du das einige Stunden machst, nimmst das PA in der obersten Schicht Öl auf, was beim allmählichen Verschleiss dann Schmierstoff freisetzt. Wird gelegentlich bei Gleitlagern aus PA gemacht, sollte also auch bei ner Gleitführung funktionieren.

  2. Genauigkeit bei der Herstellung
    Wenn Du das Spiel einstellbar machst, gibts keinen Grund, da hohe Genauigkeit anzustreben. Versteh mich nicht falsch, es ist absolut wichtig, dass das Bett, also das lange Teil der Führung, parallel (gleichdick) ist überall, sonst klemmt die Führung stellenweise und an anderen Stellen wackelt sie. Da sind Toleranzen im 0,01mm Bereich nötig.
    Es gibt aber bei einstellbaren Führungen keinen Grund, das absolute Mass der Führungselemente eng zu tolerieren, weil man das Spiel ja bei der Montage einstellen kann. Zu teuer, unnötig
    Also hohe Formgenauigkeit, grosse Masstoleranz.

  3. Nachstellung
    Ob die Nachstellung mit einer Stellschraube befriedigt, musste ausprobieren. Ich fürchte, das ist nicht feinfühlig genug und auch zu punktuell.
    Normalerweise wird das bei Werkzeugmaschinen über schlanke Keile gemacht, Neigung so 1:10, 1:20. Diese werden durch eine Stellschraube gegeneinander verschoben, wodurch die Führung sehr feinfühlig nachstellbar ist.
    Wichtig ist ferner, dass nach dem Einstellen des Spiels geklemmt wird, damit sich die Stellschraube nicht später bei Vibrationen lockert.
    Wenn Du das jetzt nicht verstanden hast, mach ich Dir dazu mal ne Skizze.

Mike

Hi Mike,

Ich bitte sogar drum und freu mich über das Feedback! :wink:

  1. Material
    POM, ich weiss nicht. PTFE eher. Eine andere Möglichkeit wäre PA (Polyamid), da gibts die Möglichkeit, da eine gewisse Selbstschmierung einzubauen.
    Du kannst das Polyamid in Öl (Maschinenöl, Getriebeöl) kochen. Wenn Du das einige Stunden machst, nimmst das PA in der obersten Schicht Öl auf, was beim allmählichen Verschleiss dann Schmierstoff freisetzt. Wird gelegentlich bei Gleitlagern aus PA gemacht, sollte also auch bei ner Gleitführung funktionieren.

PTFE hat den niedrigsten Reibungskoeffizienten von allen Materialien überhaupt, daher meine erste Wahl. POM hatte ich noch auf Lager und wollte es von daher gleich mit ausprobieren. PA kannte ich bislang noch nicht, aber das mit der Selbstschmierung hört sich interessant an, ich werds auf jedenfall mal mit auf die Liste der möglichen Materialien setzen. Im Moment möchte ich erstmal überhaupt etwas ans laufen bringen, aber mittelfristig möchte ich natürlich gerne das Material mit den besten Eigenschaften verwenden und bin von daher keineswegs auf PTFE festgelegt.

  1. Genauigkeit bei der Herstellung
    Wenn Du das Spiel einstellbar machst, gibts keinen Grund, da hohe Genauigkeit anzustreben. Versteh mich nicht falsch, es ist absolut wichtig, dass das Bett, also das lange Teil der Führung, parallel (gleichdick) ist überall, sonst klemmt die Führung stellenweise und an anderen Stellen wackelt sie. Da sind Toleranzen im 0,01mm Bereich nötig.

Ich bin gerade noch dabei das Ganze zusammenzubauen und werde in Kürze hoffentlich noch mehr darüber sagen können. Meinst Du mit das Bett den Slider oder die Alu-Schiene ?

Was ersteres betrifft, so hoffe ich durch die Art der Herstellung eine maximale Parallelität zu erreichen, aber ich muss gestehen, dass die 0.01mm bislang meine Möglichkeiten übersteigt, ich bewege mich im Moment im Rahmen der Messgenauigkeit meiner Schieblehre bei Toleranzen bis 0.1mm und diese Toleranz kann ich auch mit meinen Maschinen einigermaßen sicher erreichen (ich komme halt aus der Holzbearbeitung, da ist 0.1mm schon ganz ordentlich). Ich hab mir aber vor kurzem mal so eine Messuhr mit Magnethaltern zugelegt, da kann ich noch min. 1 Größenordnung höher messen, ich werd die Teile damit nochmal nachmessen.

Falls Du die Alu-Schiene meinst: Ich weiss nicht genau, wie da von Hause aus die Toleranzen sind, aber ich vermute mal, das da durch das Strangpressverfahren kleinere Unregelmäßigkeiten gegeben sind. Ich rechne diesbezüglich damit, das dadurch der abriebbedingte Verschleiss etwas höher sein wird, darum war es mir auch wichtig, das Spiel der Slider einstellen und ggflls. nach längerer Zeit bzw. in gewissen zeitlichen Abständen nochmal nachregulieren zu können.

Es gibt aber bei einstellbaren Führungen keinen Grund, das absolute Mass der Führungselemente eng zu tolerieren, weil man das Spiel ja bei der Montage einstellen kann. Zu teuer, unnötig
Also hohe Formgenauigkeit, grosse Masstoleranz.

Ja, verstehe. Eigentlich wollte ich auch nur meinem Erfolgserlebniss-Gefühl Ausdruck verleihen, das ich als Grobmotoriker das schon auf dieser Ebene so genau (d.h., für mich kontrollierbar genau) hinbekommen hatte :wink:

  1. Nachstellung
    Ob die Nachstellung mit einer Stellschraube befriedigt, musste ausprobieren. Ich fürchte, das ist nicht feinfühlig genug und auch zu punktuell.
    Normalerweise wird das bei Werkzeugmaschinen über schlanke Keile gemacht, Neigung so 1:10, 1:20. Diese werden durch eine Stellschraube gegeneinander verschoben, wodurch die Führung sehr feinfühlig nachstellbar ist.
    Wichtig ist ferner, dass nach dem Einstellen des Spiels geklemmt wird, damit sich die Stellschraube nicht später bei Vibrationen lockert.
    Wenn Du das jetzt nicht verstanden hast, mach ich Dir dazu mal ne Skizze.

Ich glaube, ich verstehe das mit den Keilen prinzipiell, fürchte aber, das jetzt mit meinen Mitteln so noch nicht realisieren zu können. Es spricht aber auch nichts dagegen, bzw. ich würde es mir wünschen, das Lineartrieb-Set später noch um professionellere Varianten zu ergänzen.

Das dieser Trieb für typische CNC-Anwendungen noch nicht das Beste und Genaueste sein wird, dessen bin ich mir bewusst, ich habe aber ausser Anwendungen wie 3D-Printer und Circuit-Mill auch noch ein paar andere Anwendungen im Hinterkopf, bei denen die Genauigkeit nachrangig ist, z.B. brauche ich demnächst eine größere Anzahl von möglichst kostengünstigen Trieben für Solar-Nachführungen von Photovoltaik-Panels.

Ein anderer Aspekt ist, dass diese erste Variante vor allem als eine Art „Bootstrap“-Device gedacht ist. Ich weiss nicht, ob Dir das vom 3D-Printer her geläufig ist (Stichwort: Repstrap), aber die Idee dahinter ist, das man sich erstmal ein grobes Device mit wieauchimmer gearteten Mitteln (z.B. aus Holz und mit Schubladenrollauszügen) möglichst preisgünstig zusammenzimmert, mit dessen Hilfe sich dann die ersten Teile drucken lassen. Damit druckt man sich dann die Teile für einen ersten „richtigen“ 3D-Printer, verwendet dann die Elektronik, Stepper, Druckkopf usw. vom Bootstrap-Device und schmeisst den Rest weg oder verwendet ihn für was anderes.

Man zieht sich also nach Münchhausen-Manier quasi selbst am Zopf aus dem Sumpf.

Ähnlich bei mir: Am Anfang habe ich noch gar nichts, aber ich versuche mir, notfalls mit groben Mitteln, eine Minimum an Teilen zu schaffen (Basis-Set), aus dem ich dann später feinere oder genauere Devices bauen kann, mittels denen ich ein neues Basis-Set mit besserer Genauigkeit und engeren Toleranzen bauen kann. Im Moment bin ich dabei mir sozusagen einen Bootstrap-Bohrautomaten zu bauen. Bei manchen Teilen muss ich noch improvisieren, also diese z.B. aus Holz (Multiplex-Platte) bauen, weil ich keine andere Möglichkeit habe, Z.B. habe ich momentan noch keine Möglichkeit, für die Motoraufnahme des Steppermotors ein kreisrundes Loch von 38mm Durchmesser im eine Aluplatte zu fräsen. Also mache ich die Aufnahme aus Multiplexplatte und bohre das Loch mit einem Forstnerbohrer, was meinen aktuell vorhandenen Mitteln entspricht. Später wird dieses Holzteil dann natürlich durch eine entsprechende Alu-Platte ersetzt.

Na, wieauchimmer, als erstes muss ich den Lineartrieb ans laufen kriegen und hoffe in Kürze konkretere Einzelheiten berichten zu können .

Gruss, Oliver

Hallo Oliver

bezüglich Slider, ich habe Möbel, dort lassen sich die Schubkästen nicht mehr verünftig schieben.
Und damit bin ich nicht der Einzige, der darüber klagt, meine Eltern haben auch mehrere Möbel, bei denen dieser Mechanismus die Hufe gemacht hat.

D.h. ich würde mir gerne mal einen solchen Slidermechanismus dafür bauen wollen.
Hast du ne Anleitung, wie ich zu einem einfachen Jig gelange bzw. wie ich anfangen kann?
D.h. ich bräuchte eine Art Kurzanleitung, wie ich zu dem Jig und den Materialien gelange und worauf ich grob achten muss.

Wäre cool, wenn du sowas anbieten könntest, evt. könnte ich dann weiter machen und jene Anleitung soweit ausgestalten, dass sich dann Jeder sowas für seinen Schubkästen bauen könnte.
U.a. könnte man mit solch kleinen Dingen „Werbung“ für einen solchen Kasten machen, denn wiegesagt, häufig sind es die kleinen Dinge im Leben wie ein klemmendes Schubfach, wofür viele Menschen eine gute Lösung suchen. Die aktuelle Lösung besteht da momentan bei den meisten Menschen darin, dass das Schubfach halt klemmt oder eben ein neuer Schrank gekauft wird.

TF

Hi Sebastian,

Dein Posting enthält einige sehr gute Ansätze wie z.B. Deinen Vorschlag mit dem Jig, die genau in die Richtung gehen (z.B. home-fabbing), die mir auch vorschwebt, allerdings mit einem kleinen Unterschied im Fokus, den ich gleich noch näher erläutern möchte.

Bezüglich der Schubladenauszüge selbst wird das aber so leider nicht gehen, aus folgenden Gründen:

  1. Das Jig was ich zu Herstellung der Slider verwende ist nicht auf Verwendung mit Handwerkzeugen ausgelegt (obwohl das etwas ist was ich grundsätzlich auch propagiere, aber bei den Slidern gings nicht anders) sondern funktioniert im Zusammenspiel mit meiner großen, gusseisernen Präzisionstischkreissäge.

  2. Das Sliderelement ist konzipiert für die T-Slot-Extrusionsprofile. Für einen Schubladenauszug sind die mit 20cm deutlich zu breit, vor allem bei bereits bestehenden Schubladen (die Du dann um min. 4cm schmaler machen müsstest), bei einer Neukonstruktion eines Möbels wäre das schon eher möglich.

  3. Aber selbst dann müsste man noch die Richtung der Krafteinwirkung (vertikal statt horizontal) und die Art des Verschleises berücksichtigen. Die Slider sind in einer „normalen“ Anwendung liegend ausgerichtet, wodurch der Verschleiss gleichmässig erfolgt (und der Slider dann irgendwann nachjustiert werden kann). Bei einer Schubladenanwendung würden die quasi auf die Seite gedreht und die Kraft drückt von oben nach unten, so dass der Verschleiss einseitig auf der nun unten liegenden Seite erfolgt und nachjustierung später nicht mehr möglich bzw. witzlos wäre.

Es gibt einen Anwendungsfall wo man tatsächlich Rollauszüge damit ersetzen kann, und das ist, wenn jemand die Rollauszüge sozusagen zweckenfremdet um sich damit eine „Käsefräse“ oder sowas wie einen RepStrap (siehe z.B. http://reprap.org/wiki/WolfStrap/de ) zu bauen, hier wäre unser Lineartrieb die bessere Wahl bzw. ein guter Ersatz.

Bezügl. der Möbel würde ich Dir empfehlen, dir mal anzuschauen ob man die nicht wieder mit den dazu üblichen Methoden gängig machen kann, als da wäre:

  1. Bei Schubladen mit mechanischem Rollauszug diesen wenn defekt ggflls. durch einen neuen zu ersetzen, die gibts normalerweise in jedem Baumarkt und kosten auch nicht viel.

  2. Bei Schubladen mit einer Gleitschiene aus Holz musst Du Dir anschauen, wo und warum es klemmt. Wenn die Schiene verzogen ist kann man u.U. durch etwas abhobeln oder abschleifen die Sache richten. Manchmal haben die inzwischen zuviel Spiel, da wirds schon etwas schwieriger die Sache um wenige mm dicker zu machen, aber in manchen Fällen kannman sich hier mit sog. Kantenumleimern helfen, die haben aufgrund ihrer Kunststoffbeschichtung auch meist recht gute Gleiteigenschaften. Manchmal hat sich auch das im Korpus befestigte „Gleitbett“ eingeschliffen (ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll), das kann man ev. austauschen durch eine ähnlich dimensionierte Leiste aus Buchenholz. Und zu guter letzt: In vielen Fällen hilft es, die Gleitfläche einfach zu wachsen, das ist dann so, wie wenn man bei einer schwergängigen Tür das Scharnier ölt.

Aber zurück zur eigentlichen Sache:

Hier passt gerade nicht, aber prinzipiell ist das auf jedenfall ein guter Gedanke, den man auf soviele Bauteile wie möglich anwenden sollte. Oder anders formuliert: Wann immer es möglich ist, Bauteile mit Handwerkzeugen und entsprechenden Jigs herzustellen würde und wir auch tatsächlich solche Anleitungen bereitstellen, würde damit der Baukasten deutlich aufgewertet werden. Zumindest in meinen Augen und auch wenn in unserer Konsumgesellschaft viele Leute vielleicht zu bequem dafür wären und sich die Teile lieber fertig kaufen würden, ich mein, dass können sie ja ausserdem gerne tun, aber so hätte zumindest jeder die freie Entscheidung.

U.a. könnte man mit solch kleinen Dingen „Werbung“ für einen solchen Kasten machen, denn wiegesagt, häufig sind es die kleinen Dinge im Leben wie ein klemmendes Schubfach, wofür viele Menschen eine gute Lösung suchen. Die aktuelle Lösung besteht da momentan bei den meisten Menschen darin, dass das Schubfach halt klemmt oder eben ein neuer Schrank gekauft wird.

Dem stimme ich grundsätzlich zu und würde das unter dem Oberbegriff „homefabbing“ subsummieren. Ich sehe den Schwerpunkt des Kits denn auch u.a. am ehesten darin, das man sich damit

  1. typische Homefabbing-Geräte wie eben den berühmten 3D-Printer selbst und günstig bauen kann, d.h. eher noch einen solchen als universelles Homefabbing-Gerät, als wie ein Gerät was speziell Schubladenauszüge fabriziert.

  2. in Fällen, wo man aber denn doch unbedingt ein sehr spezielles Fabbing-Gerät haben möchte, dieses auch sehr schnell und einfach mit dem Baukasten erstellen kann oder ein bereits bestehende modifzieren kann.

  3. da es sich um einen Baukastensystem für Prototyping handelt, kann man auch Teile wiederverwenden oder auch schon mal bestehende Geräte durchaus auch wieder zerlegen oder Teile davon entnehmen. Genau das ist der Grund dafür (oder zuindest ein Grund), warum die Profile eben ganze Reihen von Löchern haben und man die damit verbundene Materialschwächung sozusagenbilligend in Kauf nimmt.

Alles in allem sind das wohl eher marginale Unterschiede zu Deinem ursprünglichen Vorschlag, aber ich empfand es für mich als gute Gelegenheit diese Feinheiten im Schwerpunkt nochmal zu betonen und gleichzeitig auch den grundsätzlich richtigen Ansatz von Dir zu unterstreichen.

Gruss, Oliver

Hallo Oliver

danke für dein schnelles Feedback.
Da werd ich mal schauen, was ich da mit meinen Schubfächern mache.

Was ich aber beim Suchen gerade gefunden habe ist mein Handtuchhalter/ständer :wink:

http://www.ebay.de/itm/Gewehrablage-Schieshilfe-Zielhilfe-Gewehrauflage-45-Alu-Profil-Bausatz-/150998910103?pt=Jagen&hash=item23283c8497

Sowas im Grunde stelle ich mir darunter vor und solche Alu-Profile könnte man aus dem Baukasten verwenden und anbieten. Sowas baue ich mir vielleicht einfach mal selbst :wink:

Hi Sebastian,

Super Sache !!!

Und btw. spricht es für Dich als pazifistischen Mitmensch, eine Gewehrablage/Schießhilfe in einen Design-Handtuchhalter umzufunktionieren bzw. darin zu sehen, das nenn ich mal ein gelungenes Beispiel für Dual-Use-Rüstungsgüter lach.


Ich schlag Dir einen Deal vor:

Wenn DU mit Hilfe der von mir und Mike erstellten Bauteile-Libraries vom Basis-Set einen Handtuchhalter (der vom Materialumfang her ähnlich dimensioniert ist wie das eBay-Teil, aber ansonsten frei nach Deinem Geschmack) konstruierst (etwa mit Sketchup oder FreeCad) und diesen Entwurf als Konstruktionsbeispiel fürs Wiki zur Verfügung stellst, spendiere ICH Dir dafür die benötigten Bauteile gratis, sobald ich dazu in der Lage bin diese Bauteile in Serie zu produzieren (und daran arbeite ich gerade, d.h., konkret, an einem Bohrautomaten).

Wäre das ein akzeptabler Vorschlag ?

Über die Details können wir dann noch reden, z.B. brauchts da wohl noch diese Endkappen, ein typisches Anwendungsbeispiel für einen 3D-Drucker (den ich hopffentlich auch irgendwann mal demnächst haben werde), die könnte man entweder auch selbst entwerfen, aber ich bin mir zu 99,9% sicher, dass es dafür bereits fertige Entwürfe auf Thingiverse gibt.

Gruss, Oliver

Hi,

hier ein Bild von einem ersten Konstruktionsentwurf für einen Lineartrieb.

Mehr Bilder davon gibts unter
http://wiki.opensourceecology.de/Proof_of_Concept_Slider

Gruss, Oliver

Hallo Oliver

du sprichst mir aus der Seele, genau dies dachte ich mir so. Muss mich dafür aber erstmal in FreeCAD einarbeiten, d.h. etwas wird es dauern :wink:

Was mir dabei auch noch auffällt ist, dass man die einzelnen Teile im Set evt. noch eine Kennung geben sollte.

T-Slot-Profil Nut 640mm
z.B. TSPN-640, damit man die Teile eindeutig identifizieren, suchen, tauschen, kaufen, verkaufen, usw. kann.

Meine Vision wäre es, dass man sich nämlich eine Kontruktion z.B. Handtuchhalter aus dem Web lädt, dort dann Bauanleitung sowie benötigte Teile sowie Bezugsquellen vorfindet und jene Teile dann gezielt handeln und tauschen kann. Ideal wäre es, wenn es die Teile lokal vor Ort gäbe, man in jedem Ort Leute findet, welche ein Basisset vorrätig haben oder eben Teile selbst herstellen oder beziehen können.
Es evt. Leute gibt, welche für Kunden gegen einen kleinen Aufpreis den Handtuchhalter gleich montieren, demontieren oder umrüsten.

Neben dem Handtuchhalter bräuchte ich u.a. auch noch zwei kleine Regale für den Dachboden, denn die Kunststoffregale sind instabil und gefallen mir nicht, da würden sich solche Regale mittels Profile ebenfalls anbieten.

Echt Schade, dass meine Freizeit so begrenzt ist, man müsste sowas Vollzeit machen können.

TF

Hi Sebastian,

Sketchup würde auch gehen, das ist am Anfang etwas einfacher und intuitiver zu lernen. Aber Freecad ist auf jedenfall mittelfristog die beste Wahl.

Was mir dabei auch noch auffällt ist, dass man die einzelnen Teile im Set evt. noch eine Kennung geben sollte.
T-Slot-Profil Nut 640mm
z.B. TSPN-640, damit man die Teile eindeutig identifizieren, suchen, tauschen, kaufen, verkaufen, usw. kann.

Ja, kommt noch, wir haben ja schon einige Überlegungen dazu angestelt

Meine Vision wäre es, dass man sich nämlich eine Kontruktion z.B. Handtuchhalter aus dem Web lädt, dort dann Bauanleitung sowie benötigte Teile sowie Bezugsquellen vorfindet und jene Teile dann gezielt handeln und tauschen kann. Ideal wäre es, wenn es die Teile lokal vor Ort gäbe, man in jedem Ort Leute findet, welche ein Basisset vorrätig haben oder eben Teile selbst herstellen oder beziehen können.
Es evt. Leute gibt, welche für Kunden gegen einen kleinen Aufpreis den Handtuchhalter gleich montieren, demontieren oder umrüsten.

Genau, Stichwort opensource-Economy.


Neben dem Handtuchhalter bräuchte ich u.a. auch noch zwei kleine Regale für den Dachboden, denn die Kunststoffregale sind instabil und gefallen mir nicht, da würden sich solche Regale mittels Profile ebenfalls anbieten.

Dazu würde ich die Aluprofile eher nicht empfehlen, weil zu teuer.
Stattdessen hätte ich ne Alternative anzubieten: Ich möchte demnext mal gerne ein Set definieren, welches aus Holzteilen besteht, das wäre für Deinen Zweck am besten geeignet.

Gruss, Oliver

Hallo Oliver

die Kosten für das Regal sehe ich nicht als ein Problem an, wenngleich es ein Holzregal auch tun würde.
Mal visionär gedacht, müssten die Anschaffungskosten eigentlich in den Hintergrund rücken, weil sie gesamtwirtschaftlich eigentlich nur noch eine sekundäre Rolle verglichen mit heutigen Anschaffungskosten spielen.
Damit meine ich nicht, dass die Anschaffungskosten für z.B. ein OSE-Regal günstiger sein werden, nur muss ein OSE-Regal eben gar nicht günstig sein, weil im Gegensatz zu einem kommerziell gefertigten Lagerregal der Wertverlust sehr sehr viel geringer ausfallen wird, da man die Teile aus dem das OSE-Regal besteht, für andere Anwendungen weiterverwenden kann.

So gehe ich davon aus, wenn sich Jemand ein OSE-Regal baut und entsprechend die Bauteile aus dem Baukasten verwendet, er vielleicht 200€ für die Anschaffung löhnt, 5 Jahre später bei guter Erhaltung vermutlich noch 180€ zurück bekommt, zudem er durch die vielseitige Verwendung der einzelnen Regalteile er das Regal ohne Probleme verkauft bekommt oder z.B. gegen andere Teile umtauscht.
Das IKEA-Regal für 100€ hingegen ist nach 5 Jahren vielleicht noch 10 bis 20€ wert, weil die verwendeten Teile eben anderswo nicht wirklich verwendbar sind, d.h. sich der weitere Nutzen nur auf ein Regal beschränkt.
Ja und was macht in der Regel der Kunde, wenn das Regal defekt geht, z.B. was bricht?
Dann wird ein neues Regal gekauft und wieder 100€ hingelegt, weil eine Reparatur viel zu teuer und man die Ersatzteile nicht überall bekommt.

Wenn beim OSE-Regal z.B. mal etwas bricht, so tauscht man nur dieses eine Teil einfach aus und kann das Regal weiter nutzen.

Man stelle sich die Perspektiven vor, welche man mit einer solchen Bauweise eröffnen würde. So könnte der Konsument Regale problemlos erweitern oder umbauen, so könnte er sogar in finanzieller Not sein Regal zerlegen und die Einzelteile problemlos weiterverkaufen und den Werterhalt jener Bauweise ausnutzen.

Man stelle sich vor es gäbe Händler und Tauschbörsen in denen man ein Regal für 200€ kauft und jederzeit wieder für 180€ verkaufen kann.

Man stelle sich dies mal aus Sicht eines Unternehmens vor, welches seine Lager, Büros usw. mit Regalen oder Tischen ausstatten muss, dies zumeist auf Darlehensbasis. Für ein Unternehmen wäre der Werterhalt sowie die unproblematische Anpassung unschlagbare Argumente um solche Regalsysteme diversen kommerziellen Regalsystemen vorzuziehen. Hierfür wäre so manches Unternehmen sicherlich bereit auch doppelte Preise zu bezahlen, denn es müsste ein solches Regal eben nicht nach 2 Jahren abgeschrieben haben, sondern kann es angesichts des geringen Wertverlustes nun über 10 oder gar 20 Jahre abschreiben, so dass die Kosten trotz des doppelten Preises sehr viel niedriger wären.

Und wenn dies nicht nur ein paar wenige Unternehmen und Haushalte betreffen würde, so hätte dies den Effekt, dass mit den sinkenden Kosten die Margen in den Unternehmen sowie die verfügbaren Geldmittel der privaten Haushalte steigen würden, so dass wiederum weniger Geld erwirtschaftet, weniger Umsatz gemacht werden muss um den gleichen Lebensstandard halten zu können.
Durch die sinkenden Umsätze wiederum sinken auch die Schuldenlasten, sinkt die Zinslast, usw. usw. usw.

Also ich sehe darin enormes Potenzial und falls wir ein Regal auf die Beine bekämen, hätte ich auch schon einen guten Bekannten an der Hand, welcher sowas kurzerhand vertreiben und evt. auch bewerben könnte.
http://www.schiffel-versand.de



TF

Hi Sebastian,

Ich glaube für ein Regal sind die Tslot-Profile mit 20x20 zu spillerig, das müsste dann schon eher in Richtung 40x40 gehen und das wäre dann schon erheblich teuerer. Bei den L-Profilen das Gleiche. Abgesehen davon ist es vielleicht auch noch eine Designsfrage, wenns ein sehr futuristischer Style sein soll oder irgendeinen besonderer funktionaler Aspekt damit verbunden ist, könnte ich mir auch vorstellen das zu verwenden, aber für Keller oder Dachboden spielt das glaub ich nicht so eine große Rolle.

Aber zumindest wäre ein Regal, wie auch der Handtuchhalter, hier innerhalb der Diskussion ein gutes Beispiel für ein direkt aus dem Baukasten erstellbares Endprodukt was ja insofern ein neuer Aspekt ist, als das ich den Baukasten bislang eher als Mittel zur Erstellung von Maschinen zur Erstellung von Endprodukten angesehen und dargestellt habe.

Ich bin im Moment gerade dabei ein anderes „direkt erstelltes Endprodukt“ zu entwickeln und zwar einen Solartrockner.

Ich denke man kann solcherlei Endprodukten am besten auf folgende Weise gerecht werden, nämlich, indem man die Bauteile nicht nur in Sets, sondern auch einzeln anbietet. Das Set ist wahrscheinlich eher was für jemand, der da wirklich Prototyping mit machen will, aber es wird später, wenn mal etliche Konstruktionsbeispiele vorhanden sind, sicherlich auch viele Leute geben, denen egal ist was man sonst noch mit dem jeweiligen Set bzw. den weiteren darin enthaltenen Teilen machen kann und die einfach nur dieses oder jenes Endprodukt haben wollen und dazu genau die passenden Bauteile, mit denen sie das realisieren können.

Mal visionär gedacht, müssten die Anschaffungskosten eigentlich in den Hintergrund rücken, weil sie gesamtwirtschaftlich eigentlich nur noch eine sekundäre Rolle verglichen mit heutigen Anschaffungskosten spielen.
Damit meine ich nicht, dass die Anschaffungskosten für z.B. ein OSE-Regal günstiger sein werden, nur muss ein OSE-Regal eben gar nicht günstig sein, weil im Gegensatz zu einem kommerziell gefertigten Lagerregal der Wertverlust sehr sehr viel geringer ausfallen wird, da man die Teile aus dem das OSE-Regal besteht, für andere Anwendungen weiterverwenden kann.

So gehe ich davon aus, wenn sich Jemand ein OSE-Regal baut und entsprechend die Bauteile aus dem Baukasten verwendet, er vielleicht 200€ für die Anschaffung löhnt, 5 Jahre später bei guter Erhaltung vermutlich noch 180€ zurück bekommt, zudem er durch die vielseitige Verwendung der einzelnen Regalteile er das Regal ohne Probleme verkauft bekommt oder z.B. gegen andere Teile umtauscht.
Das IKEA-Regal für 100€ hingegen ist nach 5 Jahren vielleicht noch 10 bis 20€ wert, weil die verwendeten Teile eben anderswo nicht wirklich verwendbar sind, d.h. sich der weitere Nutzen nur auf ein Regal beschränkt.
Ja und was macht in der Regel der Kunde, wenn das Regal defekt geht, z.B. was bricht?
Dann wird ein neues Regal gekauft und wieder 100€ hingelegt, weil eine Reparatur viel zu teuer und man die Ersatzteile nicht überall bekommt.

Das kann ich wohl soweit nachvollziehen und würde dem auch zustimmen, allerdings bin ich ein zu schlechter Geschäftsmann um einschätzen zu können, inwieweit das breite Publikum auch diesen Vorteil sieht und entsprechend bereit ist dafür etwas zu bezahlen.

Ich weiss nur für mich selbst das ich wahrscheinlich so ein Mittelding sein werde. Einerseits steht für mich zwar der Prototyping-Aspekt im Vordergrund und bin ich mir des Vorteils, Sachen auch mal wieder auseinander zu schrauben zu können bewusst. Andererseits wird es in der Praxis wohl eher darauf hinauslaufen, das ich sobald ich etwas damit gebaut habe, also sagen wir mal z.B. einen 3-Printer, ich diesen so lassen werde und mir stattdessen die fehlenden Teile schnell nachbestellen werde um wieder ein vollständiges Set bereit liegen zu haben.

Für mich liegt halt der wichtigste Vorteil darin, wenn ich eine IDee habe, schnell auf einen definierten Fundus an Bauteilen zugreifen und die Sache in die Tat umsetzen zu können.

Wenn beim OSE-Regal z.B. mal etwas bricht, so tauscht man nur dieses eine Teil einfach aus und kann das Regal weiter nutzen.

Ja, Änderungen und Erweiterungen sind für mich ebenfalls ein wichtiger Aspekt, der bei damit erstellten Geräten und Maschinen wahrscheinlich häufig zum tragen kommt, etwa im Zuge von Optimierungsprozessen. Es könnte ja jemand einen Verbesserungsvorschlag oder ein Zusatzmodul für eine Maschine als Konstruktionsbeispiel posten. Ich hätte dann sofort alles da, was ich bräuchte, um dieses neue Modul auch bei mir auszuproieren.

Man stelle sich die Perspektiven vor, welche man mit einer solchen Bauweise eröffnen würde. So könnte der Konsument Regale problemlos erweitern oder umbauen,

Genau das.

so könnte er sogar in finanzieller Not sein Regal zerlegen und die Einzelteile problemlos weiterverkaufen und den Werterhalt jener Bauweise ausnutzen.

Wäre denkbar. Im Gegensatz zu einem proprietären, d.h., industriell gefertigten Produkt, also etwa einem Plastikstuhl, wenn ich davon ein Bein absäge dann erhalte ich zwei Stücke Schrott für die mir niemand etwas geben würde. Bei den Baukastenteile würde aber eine vorherige Nutzung als etwas anderes den funktionellen Gebrauchswert kaum einschränken, und damit - guter Zustand vorausgesetzt - wird der Marktwert für ein gebrauchtes Teil wahrscheinlich nicht soooviel tiefer unter dem Neuwert liegen, als das bei einem proprietären Produkt normalerweise der Fall ist. Letztere Art von Produkten verliert ja schon allein dadurch seinen Wert, das laufend neue Modelle rauskommen, selbst wenn das alte Teil noch tadellos in Ordnung ist und funktioniert, man denke etwa an Handys.


Man stelle sich vor es gäbe Händler und Tauschbörsen in denen man ein Regal für 200€ kauft und jederzeit wieder für 180€ verkaufen kann.

Ich glaube, dafür würde eBay schon reichen, da brauchts noch nicht mal spezielle Tauschbörsen.

Man stelle sich dies mal aus Sicht eines Unternehmens vor, welches seine Lager, Büros usw. mit Regalen oder Tischen ausstatten muss, dies zumeist auf Darlehensbasis. Für ein Unternehmen wäre der Werterhalt sowie die unproblematische Anpassung unschlagbare Argumente um solche Regalsysteme diversen kommerziellen Regalsystemen vorzuziehen. Hierfür wäre so manches Unternehmen sicherlich bereit auch doppelte Preise zu bezahlen, denn es müsste ein solches Regal eben nicht nach 2 Jahren abgeschrieben haben, sondern kann es angesichts des geringen Wertverlustes nun über 10 oder gar 20 Jahre abschreiben, so dass die Kosten trotz des doppelten Preises sehr viel niedriger wären.

Und wenn dies nicht nur ein paar wenige Unternehmen und Haushalte betreffen würde, so hätte dies den Effekt, dass mit den sinkenden Kosten die Margen in den Unternehmen sowie die verfügbaren Geldmittel der privaten Haushalte steigen würden, so dass wiederum weniger Geld erwirtschaftet, weniger Umsatz gemacht werden muss um den gleichen Lebensstandard halten zu können.
Durch die sinkenden Umsätze wiederum sinken auch die Schuldenlasten, sinkt die Zinslast, usw. usw. usw.

grins naja, ich vermag Dir zwar gerade noch zu folgen, aber wenns solche Ausmaße annimt, dann wirds mit Sicherheit noch irgendeine Art von Problemen mit dem etablierten System geben, denn das funktioniert genau entgegengesetzt.

Aber genaugenommen bezieht sich das ja auch nicht nur auf den Baukasten sondern auf alle OSE-Projekte und -Produkte, was Du da beschreibst ist der Grundgedanke der OpenSourceEconomy.

Also ich sehe darin enormes Potenzial und falls wir ein Regal auf die Beine bekämen, hätte ich auch schon einen guten Bekannten an der Hand, welcher sowas kurzerhand vertreiben und evt. auch bewerben könnte.
http://www.schiffel-versand.de

Meinetwegen gerne, aber jeder andere, der möchte auch. Genau dafür machen wir ja die Pläne OpenSource verfügbar.

Ich hab jetzt inzwischen schon mal das kürzlich angesprochene Holz-Set definiert bzw.angefangen, das in groben Zügen zu umreissen. Du kannst ja mal schauen ob die Bauteile für ein Regal wie es Dir vroschwebt passend sein könnten und falls och etwas spezielles fehlt, wie z.B. Regalböden, so kann man das in einem Ergänzungsset noch zusätzlich definieren. Das Basis-Set ist übrigens noch nicht ganz fertig, sondern da kommen noch schmalere Kanthölzer von 32x32mm mit Lochreihen hinzu.

Gruss, Oliver

Slider Maße:


Case, ich habe ein Problem bei den Slidern: Könntest du vielleicht mal kurz die Maße ansehen:

und

  • hier bei mir, eingepasst in die T Slot Profile:
    UniProKit-Linear-SliderMas- 2014-01-16-.png

Hi, hab’s mir nochmal angeschaut. Passt jetzt doch alles. Ist nur ein halber Milliter, um den es ging. Nur dass ich nicht weiß, welches die neuere Version ist: ob die CAD-Zeichnung oder der Prototyp:

Im Prototyp scheint erprobt:

  • Angestellte Flanken zur Verringerung der Reibung.
  • Gehobelte Kanten zur Vergrößerung der Kontaktfläche (Reibung).

Wenn wir die Kanten wie im Prototyp wollen, sollten wir lieber 3.5mm im Modell verwenden, damit dann nach dem Abrunden der Kanten nicht zu viel Luft ist?

Hi Jan,

Der Prototyp ! Die CAD-Zeichnung hatt ich damals nur gemacht um die Idee zu illustrieren wusste aber noch nicht die genauen Maße. Die hab ich beim Prototyp dann durch ausprobieren ermittelt, d.h. versucht so einzustellen, dass es einerseits möglichst wenig Spiel hat aber andererseits noch gut gleitet.

Die Maße sind auch jetzt noch nicht hundertprozentig, da es i.d. Praxis z.B. auch darauf ankommt, ob eine gelieferte 5mm-PTFE-Platte auch wirklich 5mm stark ist oder etwa nur 4.8mm.

Aber wieauchimmer, ich hab grad mal den Slider nachgemessen damit Du ein paar Zahlen hast die Du verwenden kannst:

Die Breite des T-Querbalkens beträgt 9,8mm, die des T-Stiels 5.8mm. Das, was bei Dir 3.5mm sind sind am Stück eher 3mm und der seitliche Überstand beträgt 2mm anstatt 1.25 (was auch rechnerisch passt). Der Überstand wo das Teil aus der Nute heraus schaut beträgt etwa 0.5mm.

Im Prototyp scheint erprobt:
Angestellte Flanken zur Verringerung der Reibung.

Genau.

Gehobelte Kanten zur Vergrößerung der Kontaktfläche (Reibung).

? Was meinst Du damit ? Die Phase bzw. „abgerundete“ Kante ?

Wenn wir die Kanten wie im Prototyp wollen, sollten wir lieber 3.5mm im Modell verwenden, damit dann nach dem Abrunden der Kanten nicht zu viel Luft ist?

Also, ich sags mal so: Die Phase sollte weder Luft haben noch die Reibung vergrößern, es ist eher so, dass wenn ich den frischen und noch nicht abgerundeten Slider habe, das Teil noch zu stramm ist um in die Nut zu passen. Ich mach dann mit 150er Schleifpapier die Phase mit 3 vorsichtigen „Strichen“, d.h., damit kann man dann nochmal die "Gleitfähigkeit exakt einstellen: Bei 2 Strichen ists noch zu stramm, bei 4 Strichen wäre es zu locker. So in der Art, das sind natürlich keine ganz exakten Angaben, da es zB. auch davon abhängt wie stark man bei den Schleifstrichen aufdrückt, aber in der Praxis hat sich das ganz gut bewährt um die Gängigkeit sehr fein einzustellen. Für die Konstruktionszeichnung ists wahrscheinlich am pragmatischsten, entweder die Phase wegzulassen, oder aber mit minimal Luft darzustelle, sofern mans nicht mit einem flächigen Kontakt hinbekommt, d.h., in der Realität ist dies natürlich schon eine Reibungsfläche.

OK, hoffe meine AUsführungen sind halbwegs verständlich :wink: und zweckdienlich.

Gruss, Oliver

PS: Wenn Du die Bilder direkt hier als Dateianhang an Dein Posting anhängst, dann muss man das Bilder immer scrollen, was etwas nervig ist, weil unübersichtlich. Ich machs immer so, dass ich die Bilder ins Wiki hochlade und dann als Img einblende, damit hab ich dann das ganze Bild im Blick. Das nur als Tip.

Hi.

Also, ich hab jetzt versucht rauszukriegen, ob man das (offiziell noch nicht fertige) Drawing-Modul in FreeCad nicht doch irgendwie dazu nutzen kann, 2D-Fertigungszeichnungen hinzubekommen.

So richtig gehts noch nicht, aber zumindest hab ichs jetzt schonmal geschafft, ein 3D-Objekt nach 2D einzublenden.

Als Testobjekt und für mich gleichzeitig als eine kleine Übung zum Einstieg in FreeCad hab ich mal versucht, den Slider vom UniProKit zu konstruieren, da wir den eh gut gebrauchen können.

Hier ein erstes Resultat:

und das Teil als 3D-Darstellung:

Ich hab im Prinzip zwei Varianten versucht, die eine war meine reguläre FreeCad-Installation unter Ubuntu, damit gings bislang eher gar nicht, aber jetzt auf einmal schon, vielleicht lags daran, dass ich das Paket heute aktualisiert hab, vielleicht aber auch daran, dass ich bei meinen ersten Versuchen noch rein gar keinen Plan von der Handhabung hatte. Damit habe ich jedenfalls die oben abgebildeten Sachen erstellt.

Vorher hatte ich noch eine andere Variante versucht, nämlich, wie unter

http://freecad-tutorial.blogspot.de/2013/04/how-to-run-freecad-with-new-drawing.html

einen derzeit noch experimentellen Branch als Sourcecoder runterzuladen und von Grund auf zu kompilieren.

Wie man auf den Bildern sehen kann, fehlt in der Ubuntu-Version noch die Option für Bemaßungen, allerdings war hier, im Gegensatz zu der (etwas älteren) Tutorial-Variante die Plazierung der verschiedenen 2D-Ansichten und der 3D-Projektion von der Bedienung her sehr gut gelöst und funktionierte auch gut.

Bei der Tutorial-Version funktionierte es (zumindest bei mir) irgendwie nicht, das SVG-Template für das Drawing-Sheet einzubinden, man hat also quasi auf einen nackten Hintergrund projiziert.

Dafür funktionierte hier die Bemaßung, zwar noch ziemlich rudimentär, aber es war damit zumindest immerhin möglich, durch klicken auf Kanten oder Punkte die Dimensionierung halb-automatisch durchzuführen und anschliessend die Maßpfeile zwecks Positions-Justierung mit der Maus hin und her zu ziehen.

Wenn diese Funktionalität nun noch in die offizielle Version integriert würde, dann könnte man damit schon arbeiten, also mir zumindest würds für meine Zwecke (Erstellung von amtlichen Fertigungszeichnungen für UniProKit-Bauteile) schonmal fürs erste genügen.

Naja, mal schauen wie sichs entwickelt. Zumindest bin ich schon mal ganz glücklich, jetzt einen ersten Einstieg in FreeCad geschafft zu haben, am Anfang hat wirklich erst gar nix geklappt, aber jetzt hab ich glaubich für mich den roten Faden gefunden, an dem ich mich entlang hangeln kann :wink: D.h., Konstruktion von Bauteilen mit FreeCad, mit der Option daraus vernünftige 2D-Zeichnungen generieren zu können, und anschliessend daraus konstruieren und assemblieren von komplexen Bauteilgruppen oder gar Maschinen mittels Blender.

Gruss, Oliver

Das sieht doch schon sehr vielversprechend aus. Die Skalierung wird auch abgedruckt. Ja, so ist die Bemaßung in Blender auch. Also gehen wir den Weg, den du hier aufzeichnest: 2D-Zeichnungen in FreeCAD und Zusammenbauen in Blender. Einziger Nachteil: Man verliert die Live-Editierbarkeit, d.h. Änderungen bei Teilen werden im Assembly nicht automatisch widergespiegelt. Wird also höchste Eisenbahn, dass das Assemblymodul gemergt wird. :sunglasses:

Hi Jan,

leider nein :frowning: Alle Angaben in dem Feld hab ich da manuell reingesetzt, das ganze ist mehr so ein demotest, da stimmen einige Details noch nicht, zumindest diese Skalierung ist einfach ein Wert, den ich grad aus der Luft gegriffen hatte :wink: Und die Phase von den Schraubenlöchern sollte eigentlich nur auf der Unterseite vorhanden sein. Aber ich wollte das Model eh noch ein bischen überarbeiten

Im Moment bin ich grad noch mit Blender fleissig am üben, aber ich komm nur in Mikroschritten voran. Die Bedienung ist ziemlich komplex und die meisten Tutorials sind noch für V 2.4.x statt 2.6x und passen oft nicht ganz. Na, zumindest kann ich mich jetzt schon ein bischen bewegen und hab auch schon das eine oder andere Teil verändert und bekomme auch mehr Überblick über die Benutzeroberfläche. Ich hab erstmal den Grundrahmen „nackig“ gemacht und bin da jetzt noch ein paar Streben am ergänzen und Verbinderplatten. Damit hätte man dann schon einen Basisrahmen, den man im Grunde für allemöglichen Geräte benutzen könnte.

Als nächstes möchte ich dann mit dem Slider und anderen Teilen einen Schlitten zusammensetzen, d.h., die Gantry, und das dann an diesem Rahmen montieren.

Ja, so ist die Bemaßung in Blender auch. Also gehen wir den Weg, den du hier aufzeichnest: 2D-Zeichnungen in FreeCAD und Zusammenbauen in Blender. Einziger Nachteil: Man verliert die Live-Editierbarkeit, d.h. Änderungen bei Teilen werden im Assembly nicht automatisch widergespiegelt. Wird also höchste Eisenbahn, dass das Assemblymodul gemergt wird. > :sunglasses:

Die Bemaßung funxt in FreeCad noch nicht, aber das könnte sich in einem der nächsten Releases ändern. Bis dahin muss man sich sonstwie behelfen, notfalls die Masspfeile von Hand reinzeichnen mit irgendeinem Grafikprogramm.

Wie macht man denn in Blender die Bemaßung ?

Ich hab mir jetzt übrigens auch eine Grafikkarte geholt, Nvidia GT640 mit 2GB GDDR5-Ram. Nicht gerade das neuste und schnellste Modell, aber in etwa das maximale, was ich in der von mir angestrebten Preisklasse finden konnte.


Gruss, Oliver

Hi Jan,

ich versuch grade in Blender ein Assembly zu machen mit der T-Verbinderplatte und den Schrauben und Hammermuttern, ähnlich wie Du das mit dem L-Verbinder auch gemacht hattest.

Das klappt auch soweit, d.h., ich hab die Teile zunächst mit einem Emptie als Parent evrsehen und das ganze anschliessend nochmal ge-groupt. Jetzt kann ich es auch komplett duplizieren und woanders hinbewegen.

Aber wenn ich das Ding selektieren will, dann selektiert er immer nur auf die Einzelteile, also etwa eine Schraube, zumindest solange ich beim selektieren nicht direkt den lokalen Ursprung anklicke.

Btw. gibts eigentlich eine Möglichkeit den lokalen Ursprung nachträglich noch zu verändern ? Ich hatte beim erzeugen des Empties einfach irgendwo neben den Teilen geklickt und das ist hässlich, schöner wäre, wenn der Ursprung auf einer Ecke des T-Verbinders liegt.

Gruss, Oliver