Mitglieder und Entscheidungsfindung

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nikolayhg
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Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von nikolayhg » Di 26. Jun 2012, 22:19

Der Rest der Satzung ist über Mitgliedschaft und Entscheidungsfindung.

Wie wollen wir das organisieren? (Habe noch nicht darüber recherchiert)

Ich sehe den Verein eher als Verein, der von allen in OSEG für Fundraising benutzt werden kann. Der Verein sollte auch in der Lage sein andere Vereine zu finanzieren. Ich sehe OSEG als Netzwerk von vielen Vereine und das OSEG Verein wird einen davon sein. z.B. ein FeF könnte sein eigenes Verein gründen falls nötig, könnte aber auch wenn es Sinn macht auch das OSEG-Verein nutzen.

So wie ich vorgeschlagen habe, werden wir viele verschiedene "Spendentöpfe" (bitte korrigiert mich falls es besseres Wort gibt) haben - VAWT, Ofen, ... und einen gemeinsamen. Wir müssen entscheiden:

1) Wie verwalten wir den gemeinsamen Spendentopf?
Entscheidung: Wie viel Geld in welchem Topf? Wann?
Wie treffen wir die Entscheidung?

2) Wie entstehen neue Spendentöpfe vom Netzwerk?
- minimale Anforderungen müssen wir haben (Open Source; demokratisch genehmigt; ...)

Das sind generelle Fragen, die ich noch nicht mit Mitgliedschaft im Verein verbinden würde.

Thomas
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von Thomas » Mi 27. Jun 2012, 14:14

Nikolay, die beiden Fragen die du aufwirfst bezüglich der Spendentöpfe betreffen imo nicht die Satzung des Vereins. D.h. die können m.E. nach der Vereinsgründung entschieden werden. Meinungen?

In die Satzung gehört aber auf jeden Fall das Prozedere, was zur Klärung solcher (bzw. aller strittigen) Fragen angewendet werden sollte. Da du nun wieder einen neuen Thread aufgemacht hast, zitiere ich mich nochmal selbst (mittlerweile zum vierten Mal ... komm mir langsam wie ein Spammer vor):

Die Varianten, die uns juristisch zur Verfügung stehen, sind doch die folgenden (die Fachleute unter uns: bitte korrigiert mich!):

1. klassischer Verein (Hermann's Vorschlag): Die Mitgliederversammlung tritt einmal im Jahr zusammen, wählt den Vorstand, und der bestimmt das restliche Jahr über die Geschicke.

2. etwas offener und flüssiger (im Sinne von liquid democracy (z.B. Liquid-Feedback in der Piratenpartei): Die Mitgliederversammlung tagt online und permanent, d.h. 24/7. Ein sich verschiebender Konsens hat sofort Konsequenzen im Handeln des Vereins.

3. noch offener: das Recht auf Mitbestimmung wird auch auf Nicht-Mitglieder ausgeweitet, die per Einladung an der Konsensbildung teilnehmen können. Der Verein entscheidet, was die Bedingungen für eine solche Einladung sind.

4. completely open: jeder, der etwas beitragen möchte, hat dazu das Recht (gleichberechtigt zu allen anderen).

Ich glaube für einen Taubenzüchter-Verein oder Kegel-Club ist die 1. Variante ideal: alle Aktiven/Betroffenen sind auch Mitglieder. Wir dagegen können kaum davon ausgehen, dass alle open-source-Aktiven in unserem Verein Mitglied werden wollen. Die Hürden sind einfach zu hoch: Antragsformular einschicken, regelmässig Mitgliedsbeiträge zahlen, ...

Ich tendiere deshalb zu 3. oder 4.. Eigentlich 4., obwohl ich da auch eine Stimme in mir bemerke, die vor dieser kompletten Aufgabe von Kontrolle auch eine gewisse Angst hat ... aber was solls! ;-)

aron
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von aron » Do 28. Jun 2012, 14:32

Hmm ja, mal eine ganz untypische Frage:

- Wenn OSE noch gar kein Eigentum hat, brauchen wir keinen Verein.
- Wenn dann nur für Spenden.

Wenn beide Bedingungen wahr sind, können wir uns noch etwas Zeit lassen,
da Privatspenden bis 20.000 Euro bei Nikolay aufs Konto laufen können, ohne
dass es Probleme gibt.

--- Wollte ich nur mal los werden, damit wir uns hier keinen virtuellen Durck machen.

Ich bin natürlich trotzdem dafür, dass wir gemeinsam eine gute Satzung erarbeiten,
die uns allen gefällt. Ich werde die Tage mal meinen Senf dazu geben, kam bisher
leider nicht dazu.

@Hermann: Danke Dir für die hervorragende Arbeit und sorry dass ich grade nicht
so viel Zeit habe, adequat darauf zu reagieren. Ich werde mich dann hier melden,
sobald ich dazu komme.

nikolayhg
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von nikolayhg » Do 28. Jun 2012, 22:42

@Thomas - ich denke zuerst an die Aufgaben des Vereins und dann wie das organisiert wird. Aus meiner Sicht - die Aufgaben sind einfach Finanzierung OSEG-Projekten. Dies sollte möglichst organisch passieren. Falls ich irgendwas vermisse, bitte Bescheid sagen.

@Aron - ich hatte eigentlich nicht an Eigentum gedacht, sondern immer an die Spendenquittungen - so könnten die Spender 20% der Spende zurückerhalten.

Ist mir schnell eine Idee gekommen.

1) Für die konkrete Spendentöpfe ist fast alles klar - Die Entscheidung trifft der Spender. z.B. Alex entwickelt die VAWT. Dazu gibt es den VAWT-Spendentopf. Der Spender kann das Geld in diesem Topf spenden. Der Verein muss keine Entscheidungen nehmen, nur ausführen. Das einzige was wir klären müssen ist - wie Spendentöpfe entstehen.

2) Für den gemeinsamen Spendentopf - es muss entschieden werden in welchem konkreten Spendentopf wie viel Geld und wann fließt.
Entscheidungsträger könnten sein:
- Verantwortliche der konkreten Spendentöpfe, die am gemeinsamen Spendentopf sich beteiligen möchten (d.h. diese, die nicht dran interessiert sind, entscheiden nicht).
- Vorstand des Vereins
Entscheidungsprozess: Konsens

Ich würde auch die Möglichkeit anbieten, dass der Vorstand eine bestimmte Summe an einem konkreten Spendentopf überweisen kann ohne sich in Konsens zu beteiligen. Das würde mehr Flexibilität ermöglichen und der Vorstand muss natürlich nicht diese Möglichkeit ausnutzen, sondern sie genau in dem richtigen Moment nutzen, wenn man schnelle und gute Entscheidungen treffen muss. Solche Entscheidungen werden transparent für die Gemeinschaft sein und falls etwas nicht passt, könnte man diese Möglichkeit zurückziehen oder neuen Vorstand auswählen.

Für den Fall, wenn es Leute gibt, die Top-Down- statt Konsens-Entscheidungen nehmen möchten, sie könnten einen eigenen Spendentopf dafür machen, in Konsens kann das Geld dahin fließen, und dann sie können so entscheiden wie sie wollen. Das könnte passieren z.B. mit einem anderen Verein im OSEG-Netzwerk.

Das ist die Idee, ich werde auch weiter dran denken :)

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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von aron » Do 28. Jun 2012, 22:48

Ja ist super! +1 Konsensentscheidungen für gemeinsamen Spendentopf sind gut. Man könnte dann das Geld prozentual verteilen je nach Stimmen-Wertung. Das geht mit Geld ja super.

nikolayhg
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von nikolayhg » Do 28. Jun 2012, 23:08

Ich würde den Geldfluss nicht auf prozentuale-Stimmen-Verteilung begrenzen, weil wir im Konsens entscheiden könnten, dass X wird 5000€ bekommen und Y wird 200€ bekommen (falls ich es richtig verstanden habe). Ich würde dies eher als eine Möglichkeit der Geldverteilung betrachten, die wir in Konsens auswählen könnten.

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shure
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von shure » Do 28. Jun 2012, 23:57

Ich würde einfach nach konkretem Bedarf gehen. Wenn man für den Ofen mal 2m² Blech für 100 Euro braucht, dann gibt's halt die 100Eu dafür, nicht prozentual. Falls zu wenig Geld vorhanden ist, muss entschieden werden, was mehr Sinn macht und mehr Priorität hat.
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Thomas
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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von Thomas » Fr 29. Jun 2012, 10:21

Ja, der Verein scheint im Grunde wirklich nur den einen Zweck zu haben: Geld zu sammeln und zu verteilen. (Ich kann im Moment auch nicht mehr sehen)

Und ja, die Unterteilung in einen allgemeinen und mehrere konkrete Spendentöpfe macht für mich auch Sinn.

Damit niemand einen konkreten Topf anlegen kann, um den Verein und sein gutes Image zu benutzen, um Leute zu schröpfen, könnten wir vllt. eine Vorabprüfung der Tauglichkeit des konkreten Projekts einführen, wo wir im Konsens entscheiden, ob wir das Projekt aufnehmen. Und diese Prüfung kann dann ja permanent und liquid-demokratisch weiterlaufen.

Um den allgemeinen Topf zu verteilen, finde ich den prozentualen Ansatz von Aron gut. Da braucht man nicht erst mühsam einen Konsens zu erarbeiten.

Am schwierigsten finde ich die Frage nach dem Entscheidungsträger. Ich tendiere dazu das Experiment zu wagen und radikale Offenheit und grösstmögliche Mitbestimmung zu versuchen. D.h. dass jeder das gleiche Stimmgewicht hat, egal ob Vereinsmitglied oder nicht.

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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von aron » Fr 29. Jun 2012, 12:34

z.B.:
- das Projekte, die den Inkubator (s. neues Subforum) überstehen, einen eigenen Finanzierungstopf bekommen.
- dass alle 2 Wochen eine Konsensierung statt finden, wie viel Geld vom allgemeinen Finanzierungstopf auf welche Projekte verteilt wird.
(dort werden alle Projekte und Verwaltung etc. aufgeführt - da prozentual gewertet wird: so viel Prozent wie man beim Konsensieren bekommen hat, bekommt der konkrete Projekttopf - gaanz einfach und transparent)
- wenn ein Projekt das Geld nicht braucht (Überschuss) gibt es das Geld in den allgemeinen Topf zurück -> erhöht die Verteilungssumme im nächsten Konsensieren
- wenn ein Projekt dingenend Geld braucht, findet ein Sonderkonsensieren statt

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Re: Mitglieder und Entscheidungsfindung

Beitrag von nikolayhg » Fr 29. Jun 2012, 19:14

1) Aron, was genau meinst du mit prozentuale Verteilung? Bitte gib mir ein Beispiel, z.B.:
- 3 Entscheidungsträger (E1, E2, E3)
- 2 Spendentöpfe (ST1 und ST2), die entsprechend Geld brauchen (G1 und G2)
- der Verein hat so viel Geld (VG) zur Verfügung.

Wie läuft in den folgenden Fälle eine prozentuale Entscheidung?

1.1) Fall #1
- Konkrete Daten: VG=1000€, G1=100€, G2=500€.
In dem Fall, würde ich vorschlagen Verteilung nach Bedarf, so wie Alex (falls es keine negative Auswirkung in der nahe Zukunft gibt - mit Konsens entscheiden):
- ST1 bekommt G1, ST2 bekommt G2.
- VG = 1000€ - G1 - G2 = 400€

1.2) Fall #2
- Konkrete Daten: VG=300€, G1=100€, G2=500€.
- Hier müssen wir in Konsens entscheiden was wir machen. Wir würde es mit der prozentuale Verteilung laufen?
- Eine andere Möglichkeit wäre - wenn ST1 dringend G1 braucht und ST2 kann noch mehr Geld in den nächsten Tagen finden (aber G2 ist nicht so dringend), dann könnten wir in Konsens entscheiden ST1 bekommt das G1 und wir suchen nach Geld G2 für ST2. Das wäre eine Möglichkeit und ich würde sie nicht ausfallen lassen, wenn wir uns auf eine Methode konzentrieren. Deswegen unterstütze ich Konsens über die Entscheidungsmethode vor der Entscheidung.

2) alle 2 Wochen Konsensierung - was wäre der Vorteil wenn das nicht nötig ist? Generell würde ich wieder nach Bedarf konsensieren, aber ich möchte verstehen die Vorteile bei so einer regelmäßige Konsensierung.

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