Wirtschaft

Hi,

ich denke auch, dass es da bereits ne Menge an Möglichkeiten gibt.

Was mir bei dieser Diskussion aber bislang noch fehlt, das ist die Betrachtung der Frage, warum sowas nicht schon längst umgesetzt wurde, wenns doch so einfach ist. Genauer gesagt glaube ich, dass an dem bestehenden System jemand bzw. bestimmte Interessensgruppen massiv dran verdienen und das es deshalb schlichtweg (macht-)politisch nicht gewollt ist. Und vermutlich dürfte dem, sobald sich eine solche Economie auch nur ansatzweise durchsetzen würde, oder wahrscheinlich schon meilenweit eher, sobald sich auch nur eine etwas größere Masse vom breiten Publikum anfängt dafür zu interessieren, ein dicker Riegel vorgeschoben werden, welcherArtauchimmer.

Aber man könnte es ja auf ziemlich einfache Weise ausprobieren: Wenn man wirklich effizient die Verhältnisse ändern wollte, dann sollte man beim bestehenden Geldsystem anfangen. Ein einfacher Weg dazu wäre, wie ja auch schonmal in der Mailingliste andiskutiert wurde, ein alternatives Regionalgeldsystem zu entwickeln und zunächst mal nur im kleinen Rahmen zu etablieren. Und dann mal schauen was passiert. Ich wette, sobald das anfängt auch nur ansatzweise Wirkung zu zeigen wird es schnell verboten werden. Aber immerhin hätte so ein Ansatz den Vorteil, dass er bis dahin vielleicht einige Leute zum nachdenken anregt … :wink:


Gruss, Oliver


Nachtrag: Und ein anderer wichtiger Ansatzpunkt wäre das System der Kontrolle des Informationsflusses, d.h. unterdrücken von unerwünschter Information, zb. durch gezielte Aufmerksamkeitssteuerung und Verbreitung von falscher Information. Ein nettes Video dazu findet sich bei Youtube unter
http://www.youtube.com/watch?v=MsS_7hrO8X4

Hi Oliver,

kurz:

#Umsetzung: war bis vor paar Jahren nicht möglich wegen Internet und Informationsfluss.

#Regionalgeld: kann man nicht verbieten, das funktioniert schon. Könnte ein Teil unserer Entwicklung sein, abhängig von der positiven Einfluss auf unsere Entwicklung. Aber ist nicht zwingend. Wir haben wichtigere Fragen davor, die Euro-oder-Regionalgeld unabhängig sind.

Ja korrekt, ich denke eben auch dass es an Machtstrukturen, Lobby etc. hängt. Regionale Geldsysteme funktionieren eben auch nur begrenzt - so wie alles, was mit irgendeiner Form von Währung zu tun hat begrenzt ist. Man kann Wert nicht in Währung ausdrücken ohne dabei Ab- oder Aufzuwerten. Der Grund warum man Geld/Währung erfunden hat, war, dass man eben nicht für das was man anbietet immer einen Tauschpartner finden konnte, der etwas dafür bietet, dass man grade braucht und genau das grade sucht, dass man anbietet. Mit dem Ressourcen basierten System klappt das aber schon eher (zwar nicht immer aber seht oft, sobald genügend Menschen mitmachen). Und das klappt nur wegen des Internets:

Aber das schöne an Resourcenbasierten Systemen ist, das man sie einfach etablieren kann, ohne irgendwelche Systeme ändern zu müssen.

Dafür braucht es nur eine Web+Mobile-Anwendung die viele Menschen verwenden. Angebote werden Locallity-based eingestellt. Suchen werden eingestellt und suchen asynchron (durchgehend) bis etwas passendes gefunden wird (einfach State Machine). Das ganze mit Priority List und gutem Tagging. Am Ende des Tages kann man darüber KnowHow, Diensteistungen, Waren etc. pp. in Realtime nachtbarschaftlich, lokal, regional, überregional, national, international tauschen/schenken/kollaborieren.

Wie gesagt, da arbeite ich schon dran. Zum Glück fällt mir das relativ leicht, da solche Systeme zu entwickeln mein eigl. Daily Business ist (für Kunden).

So erreicht man auch sehr viele Menschen. Denn jeder der etwas braucht oder übrig hat, kann es über dieses System bekommen/anbieten. Ein selbst-anregendes System.
Ich nenne diese Idee „OpenWorld“. Das wollte ich eigl. erst geschlossen entwicklen und dann wenn der Prototyp steht, veröffentlichen. Ggf. macht es aber auch Sinn, wenn sich hier mehrere dafür interessieren, dass ich es als OSE-Projekt aufsetze.

#OpenWorld-System → Aron, Du kannst Software programmieren, aber bitte springe nicht so schnell in diese Richtung und bestimmte Projekte. Es kann sein, dass Du viel mehr in anderen Bereichen beiträgst. Bitte denke welche Handlungen/Projekten für uns am meisten effektiv sind.

@Nikolay

Das ist eines der wichtigsten Projekte überhaupt - da es über alle Grenzen hinweg und weit über OSE hinaus wirkt. Von daher stellt sich hier aus meiner Sicht die Frage gar nicht, ob man woanders vielleicht effektiver ist. Der Knackpunkt ist bei einem solchen Projekt bloß immer die Nutzerakzeptanz. D.h., es muss viele Menschen geben die es verwenden wollen. Dafür müssen Menschen es natürlich kennen und mögen. Es darf vor allem nicht kompliziert zu bedienen sein. Und es muss gute Ergebnisse liefern. Bevor diese konzeptionellen Themen nicht reiflich genug durchdacht sind, braucht man zumindest mit dem UI nicht anfangen zu entwickeln. Die Prio des Projkets ist aber imho. eine der größten, denn mit einem funktionierenden OpenWorld ist halt auch mal schnell die halbe Welt der OpenSource’ler bezüglich einer Maschine o.Ä. erreicht - das ist ein Instrument, dass es heute noch gar nicht gibt, in dieser Form. Man würde dort mal eben schenll alle OpenSource Hardware Ingenieure eine Push-Nachricht schicken können, ob jemand interesse hat eine CNC Fräse zu bauen oder ob jemand ein bestimmtes Werkzeug hat etc. pp.

Was meinst Du, was so etwas für ein Potenzial hat. Früher oder später - wenn wir größer werden - brauchen wir so ein Werkzeug so oder so. Aber wie ich schon sagte, braucht es dafür gute Bedienkonzepte, bevor man „drauf los programmiert“.

Nikolay,

Ich stimme Dir zu, das das Internet da vieles vereinfacht und somit z.B. die Entwicklung der Maker-Szene fördert und unterstützt und auch leistungsfähiger macht. Vielleicht auch hilft, die jeweiligen Projekte besser zu fokussieren.

Aber es ging auch vorher schon, nur vielleicht etwas langsamer, z.B. mit Briefpost anstatt eMail, oder anstatt Recherche per Google Recherche in Fachmagazinen, Büchern, Bibliotheken. Es gab freien Informationsfluss und Wissensaustausch, z.B. im Bereich der Wissenschaften und an Universitäten und auch Zusammenkünfte von Menschen um WIssen auszutauschen, z.B. wissenschaftliche Kongresse, aber auch lokale Clubs, siehe z.B. im Amatuerfunk-Bereich.

Ich glaube weiterhin das die Umsetzung gezielt verhindert wurde und wird.

Das ist eine mögliche Interpretation des Umstandes, das es bereits erste Projekte dazu gibt.

Und es ist mit Sicherheit falsch, dass man es nicht verbieten kann. Genaugenommen ist es schon verboten bzw. besitzt der Staat die Hoheitsrechte über das Währungssystem und es ist eigentlich schon grenzwertig, eine Bezeichnung wie Regiogeld oder irgendwas anderes, das nahelegt, das es sich hierbei um einen Geldersatz handeln könnte, in den Mund zu nehmen. Die rechtliche Grundlage der meisten Regiogeldsysteme besteht darin, dass es (bislang noch) erlaubt ist, sozusagen zu Werbezwecken sowas wie Rabattmarken oder Wertgutscheine auszugeben.

Und bislang sind die meisten Regiogeldsysteme noch im Anfangsstadium und alle, auch die schon seit Jahren bestehenden, gewissermaßen in der Erprobungsphase, insofern, als das die Systeme noch nicht optimal entwickelt sind und man überhaupt mal mit was beginnen musste um Erkenntnisse zu gewinnen, in welche Richtung sich die jeweiligen Eigenschaften mit zunehmender Dynamik entwickeln können. Das ganze ist noch Lichtjahre davon entfernt,
eine ernsthafte Gefahr oder Alternative zum bestehenden Geldsystem darzustellen, was auche in Grund dafür sein kann, warum es „noch“ erlaubt, bzw. „noch nicht“ verboten ist. Es gibt aber selbst unter diesen Umständen bereits jetzt schon Ansätze von Seiten der Obrigkeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie man solche Systeme effizient und per Gesetz und am besten schon im Keim ersticken kann. Z.B. wird bereits an Gesetzesvorlagen gearbeitet, denen zufolge Rabatt-Systeme oder Wert-Gutscheine nur noch in elektronischer Form, d.h. ähnlich wie Kreditkartensysteme, künftig erlaubt sein sollen.

Das ganze Geldsystem ist so konzipiert, das Reichtum gezielt von unten nach oben befördert wird, und diejenigen die davon profitieren, werden sich garantiert nicht mal eben so den Löffel aus der Hand nehmen lassen.

Ich will hier keinen Pessimismus oder schlechte Stimmung verbreiten, aber bei dem was wir hier tun und noch künftig vorhaben sollte man diesen Umstand vielleicht zumindest im Hinterkopf behalten und gelgentlich miteinkalkulieren.

Gruss, Oliver

Aron,

Am Ende des Tages kann man darüber KnowHow, Diensteistungen, Waren etc. pp. in Realtime nachtbarschaftlich, lokal, regional, überregional, national, international tauschen/schenken/kollaborieren.

das geht auch nur solange unbehelligt, wie es keine nennenswerte Verbreitung findet. Sollte es jedoch zu einer Massenbewegung werden oder auch nur von einem etwas größeren Teil der Masse interessiert aufgenommen betrieben werden, was meinst Du, wie schnell dann das Finanzamt („die Vollstrecker“ :wink:) bei der Sache ist und Dir was von „geldwertem Vorteil“ erzählen wird ? Womit denn eleganterweise gleichzeitig sowohl der Tausch von Dienstleistungen als auch von Gütern betroffen wäre. Es ist halt ein Grundprinzip des Systems, dass keine Transaktionen von Geld oder geldwerten Dingen in nennenswertem Umfange stattfinden, ohne das dafür ein Obulus (Steuern) an die Obrigkeit zu entrichten wäre.

Ich hab auf diese Art von Problemen bislang auch noch keine Antwort, aber würde in Ermangelung dessen gerade in der Anfangsphase pauschal versuchen, den Ball möglichst flach zu halten und unauffällig zu bleiben.

Gruss, Oliver

haha :wink: genau :slight_smile: und exakt das ist der Grund, warum das ganze als Vermittlungsplattform in der Cloud läuft und die Software aka Vermittlungsserver OpenSource sind sodass jeder seinen eigenen federated Server aufsetzen kann und somit das OpenWorld-Netz unterstützen kann. Die meisten werden dann nicht in DE stehen, dass ist klar.

Wobei ich mich noch Frage, warum privater Tausch oder Schenkung in Kleintransaktionen Geldwerter Vorteil wäre?
Oder die Vermittlung von Dienstleistungen? Nunja, da wäre es ggf. geldwerter Vorteil :slight_smile: Aber als gemeinnützig deklariert würde das auch noch durchgehen.

Sollte dieses System mal in Fahrt kommen und dann käme „Vater Staat“ mit dem Geldwerten Vorteil: Was meinst Du, was dann die guten (Wut)Bürger lostreten, wenn die erstmal erkennen, wie toll diese Alternative ist? :wink:

:slight_smile:

This topic was split from here: http://forum.opensourceecology.de/viewtopic.php?f=33&t=135&p=793#p732

Das ist dann so wie bei Tausch von Raubkopien im Internet. Manche, vielleicht auch jüngere, würden es machen, andere, die vorsichtiger sind, hätten Angst erwischt und verklagt zu werden. Auf jedenfall wäre es bei einem entsprechenden gesetzlichen Unterbau illegal.

Wobei ich mich noch Frage, warum privater Tausch oder Schenkung in Kleintransaktionen Geldwerter Vorteil wäre?

Weils irgendwann eben nicht mehr darum geht alte Puppenkleider gegen Blumentöpfe oder sowas zu tauschen. Sondern, sagen wir mal einen 500 PS Traktor gegen Baumaterial für ein Haus, beides im Wert von 100000,- EUR. Wobei es bei privat gaaanz vielleicht noch gehen würde, aber Du kannst drauf wetten das das Finanzamt dann sehr schnell sehr hellhörig wird. Zum Thema „Schenkung“, die muss ab einer gewissen Größenordnung per notariellem Vertrag geregelt werden und ist dann auch steuerpflichtig, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Schenkung#Schenkungsteuerpflicht .

Aber davon abgesehen, wieso privat ??? Ich dachte es geht hier um eine neue Ökonomie ?

Sagen wir mal ich bin Schweinezüchter, mein Freund ist Gemüsegärtner. Ich geb ihm Fleisch- und Wurstwaren im Tausch gegen Kisten mit Tomaten und Paprika. Das ist bei einem gewerblichen Betrieb illegal da dem Finanzamt somit zum einen die Mehrwertsteuer entgeht und zum anderen der zu versteuernde Anteil vom Gewinn.

Oder die Vermittlung von Dienstleistungen? Nunja, da wäre es ggf. geldwerter Vorteil > :slight_smile: > Aber als gemeinnützig deklariert würde das auch noch durchgehen.

Nope, das ist ja selbst schon bei Gründung eines gemeinnützigen Vereins schwierig und wird willkürlich entschieden - na, von wem wohl ? grins genau, vom Finanzamt :wink:

Sollte dieses System mal in Fahrt kommen und dann käme „Vater Staat“ mit dem Geldwerten Vorteil: Was meinst Du, was dann die guten (Wut)Bürger lostreten, wenn die erstmal erkennen, wie toll diese Alternative ist? > :wink:

Leider ist dieser sogenante Wutbürger eine reine Illusion und Fatamorgana, die sich bestenfalls in feuchtfröhlichen Stammtischrunden manifestiert. In der Praxis ist dagegen eher das Prinzip der „Massenträgheit“ traurige Realität. 80 Millionen potentielle deutsche Wutbürger haben sich gerade dieser Tage wieder mal hochoffiziell mit dem ESM so dermassen über den Tisch ziehen lassen, dass ihnen demnächst noch allesamt das Wasser im Ar**** kochen wird und die meisten habens noch nicht mal gepeilt bzw. auch nur eine leise Ahnung davon. Da geht niemand auf die Strasse oder sowas. Und das ist noch etwas halbwegs spektakuläres, gleiches passiert im Alltag an zigtausend Stellen ohne das einer davon Notiz nimmt oder sich dessen bewusst ist.

Es geht bei dieser Geschichte nämlich nicht darum, was sinnvoll oder vernünftig ist oder was gesundem Menschenverstand entspräche. Siehe die ganzen Debatten im Zusammenhang mit der Energiewende, von AKW-Laufzeitverlängerung bis EEG-Vergütung und - Umlage. Da fragt man sich doch ständig, wieso sich Millionen von Menschen ständig den größten Schwachsinn einreden lassen und das dann am Ende auch noch brav nachbeten.

Es geht hier einfachnur darum, wer die Kontrolle und das Sagen hat.

Aber wie eben schon angemerkt: Ich sage das nicht um uns die Stimmung zu verderben oder um Frust abzulassen, ich meine nur,man sollte sich dessen bewusst sein wie die Verhältnisse sind.

Eine OS Economy aufbauen zu wollen heisst auch gleichzeitig den Kapitalismus in der bestehenden Form zu hinterfragen und abschaffen zu wollen, und da haben sich schon ganz andere die Zähne dran ausgebissen und tun es tagtäglich noch. Ich bezweifle, das es da irgendeine Möglichkeit gibt, das durch eine noch so pfiffige Idee und einen noch so cleveren Ansatz zu bewirken.

Ist wahrscheinlich auch nicht nötig, vermutlich braucht man nur ganz gemütlich darauf zu warten, bis das ganze System von selbst zusammenkracht, weil es faul ist und verrottet bis ins Mark. Und ein Blick in die daily news zeigt, das dieser Prozess vermutlich schon begonnen hat und schnell voranschreitet.

Unsere Aufgabe wäre dann wahrscheinlich eher, auf die Übergangszeit und das was danach kommt, so gut wie möglich vorbereitet zu sein und schonmal Strukturen und Ansätze entwickelt und vielleicht auch schon im kleinen erprobt zu haben. Da ist dann auch das einzuordnen, was von Dir und anderen an sicherlich guten und sinnvollen Konzepten zum Thema OS Economy vorgeschlagen wurde.

Aber ich sehe den Weg dahin eher darin, sowas für sich im stillen Kämmerlein zu entwickeln und zu erproben, ein OSE-Dorf ist auf jedenfall ein schönes Test-Umfeld für sowas. ich glaube aber nicht das nur, weil die Ideen gut, sinnvoll und vernünftig sind, die Sache an Fahrt gewinnt und dann irgendwann zu einer Massenbewegung wird, die aus innerer Einsicht heraus die Verhältnisse ändert und ein neues System einführt.

Gruss, Oliver

@alle Mich wundert wieso das hier unter „abschweifende Diskussionen“ steht :confused:
Für mich sind hier Basics angesprochen, die wenn wir sie zu unterschiedlich sehen, früher oder später zu ganz großen Problemen werden. Deshalb finde ich die Diskussion richtig und wichtig werde mich in ein paar Tagen genauer dazu einbringen (Muss zuerst ein paar Terminsachen erledigen)
Hermann

Nikolay war wohl der Meinung dass es abschweift. (Von seinem ursprünglichen Thread-Thema)
Aber ich bin auch der Meinung dass es nciht nach OffTopic sondern nach OSEconomy gehört.
Daher habe ich es zurück verschoben :slight_smile:

Das ist dann so wie bei Tausch von Raubkopien im Internet. Manche, vielleicht auch jüngere, würden es machen, andere, die vorsichtiger sind, hätten Angst erwischt und verklagt zu werden. Auf jedenfall wäre es bei einem entsprechenden gesetzlichen Unterbau illegal.

Okay also hier ist zu unterscheiden zwischen:

  • Raub
  • Kopie
  • Tausch

Eine Raubkopie zeichnet sich dadurch aus, dass ich eine digitale Kopie eines Werkes (Gutes) erstelle und sie mir illegal aneigne. Die digitale Tauschbörse ist keine Tauschbörse, weil sie die Daten vom Quellrechner nicht löscht, wenn der Zielrechner sie herunter lädt. Aus diesem Grunde sind Tauschbörsen (digitale) illegal wenn man Urheberrechtlich geschützte Güter kopiert und damit einen Raub gegenüber dem Urheberrechteinhaber begeht.

Tauschbörsen sind im allgemeinen nicht illegal. Und bei einer realen Tauschbörse (Flohmarkt, Givebox etc.) handelt es sich auch nicht um illegales handeln.

Weils irgendwann eben nicht mehr darum geht alte Puppenkleider gegen Blumentöpfe oder sowas zu tauschen. Sondern, sagen wir mal einen 500 PS Traktor gegen Baumaterial für ein Haus, beides im Wert von 100000,- EUR. Wobei es bei privat gaaanz vielleicht noch gehen würde

Also das ist ganz einfach: Das System dass ich vorschlage ist ein System dass Vorschläge unterbreitet. Eine Realitäts-Suchmaschine, nichts weiter. Es findet Güter und Dienstleistungen, Personen etc. die in der Realität in Echtzeit stattfinden / angeboten / gesucht werden. Das System selbst hat kein Problem.

Wenn ich nun das System „missbrauche“ um mir damit geldwerte Vorteile zu verschaffen (Traktor gegen Panzer tauschen etc. pp) dann finden diese Vorgänge klar außerhalb des zu entwickelnden Softwaresystems statt. Der korrekte Weg wäre einen gegenseitigen Schenkvertrag zu signen und Schenkungssteuer zu zahlen. Ob das der Nutzer des Systems tut, ist nicht das Problem des „Realitätssuchmaschinenbeteibers“.

Klar: Sobald dieses System in größerem Umfang anwendung findet, werden sich Behörden dafür interessieren und eine Protokollierung fordern. (@Lobby) Allerdings werde ich das System so designen dass es nicht loggen kann. (ähnlich wie bei TOR (The Onion Router) - die Einzeltransaktionsdaten gehen schlichtweg im Rauschen unter und werden sofort aus dem Server-Netz gelöscht nach Matching. Verglichen werden nur mathematische Hashes, keine Echtdaten.) Das muss ich allein aus Performance-Gründen schon so machen bei zu erwartenden Millionen Anfragen/Sekunde. Die Software ist OpenSource und jeder kann eigene Server aufsetzen (Federated Server, dezentral - wie bei TOR) Jeder kann einen Verteilerknoten einrichten.

Klar wird es Behörden geben die dann irgendwann versuchen, „illegale“ Vorgänge zu erkennen. Aber vermutlich nicht durch Kontorlle des Systems (das wird nicht möglich sein → Massendatenrauschen + Verschlüsselung + Anonymisierung), oder nur im ganz kleinen Rahmen (Du machst ohne dass Du es weißt mit einem Agenten Geschäfte etc. pp. und wanderst in die Falle) aber diese Schwarzen Schafe bekommen negative Karma-Punkte und so werden „böse“ Teilnehmer schnell ausgefiltert - niemand macht mit diesen Leuten lange Geschäfte, weil es transparent ist. etc. pp. Das muss erstmal genügen für den Anfang.

Und damit entsteht eine Geldlose neue Ökonomie die auf Sinn, Effizienz, Qualität und Gerechtigkeit aufbaut und vom Bürger - vom Menschen gelebt wird. Paralell zum Geldsystem. Wir müssen das Geldsystem so eben nicht abschaffen - sondern es wird mit der Zeit einfach obsolet werden und ein besseres wird sich etablieren.

Es wird nicht lang dauern bis Unternehmen anbieten werden, untereinander zu tauschen und eine Menge Schenkverträge signen. Das ist immernoch günstiger als die Umsatz und Einkommensteuer :wink:

Leider ist dieser sogenante Wutbürger eine reine Illusion und Fatamorgana, die sich bestenfalls in feuchtfröhlichen Stammtischrunden manifestiert. In der Praxis ist dagegen eher das Prinzip der „Massenträgheit“ traurige Realität. 80 Millionen potentielle deutsche Wutbürger haben sich gerade dieser Tage wieder mal hochoffiziell mit dem ESM so dermassen über den Tisch ziehen lassen

Da wird es sicherlich recht bald ein paar Grundsatzurteile geben müssen - aber die öffentliche Diskussion wird hitzig sein, bei so einem gerechten System vs. evil Business. Wenn auch nicht alle auf die Straße gehen: Dieses Thema wird jeder verstehen - nicht so wie das Thema ESM, dass kaum einer versteht. Und somit gehe ich davon aus, dass es lauter diskutiert werden wird.

Es geht bei dieser Geschichte nämlich nicht darum, was sinnvoll oder vernünftig ist oder was gesundem Menschenverstand entspräche. Siehe die ganzen Debatten im Zusammenhang mit der Energiewende, von AKW-Laufzeitverlängerung bis EEG-Vergütung und - Umlage. Da fragt man sich doch ständig, wieso sich Millionen von Menschen ständig den größten Schwachsinn einreden lassen und das dann am Ende auch noch brav nachbeten.

Es geht hier einfachnur darum, wer die Kontrolle und das Sagen hat.

Ja, korrekt. Es wird einen Kampf um die Verteilung von Geld und Macht damit ausgelöst. Und dieser wird wohl heftig werden. Aber ich vertraue da auf den menschlichen Verstand und auf die 99%. Was da passier, ist in keinster Weise negativ. Man vermittelt Optionen, gestaltet Handel effizienter, schenkt sich Güter und allen Beteiligten geht es damit besser und nicht schlechter.

Eine OS Economy aufbauen zu wollen heisst auch gleichzeitig den Kapitalismus in der bestehenden Form zu hinterfragen und abschaffen zu wollen, und da haben sich schon ganz andere die Zähne dran ausgebissen und tun es tagtäglich noch.

Die haben sich halt vor allem auf „das gute im Menschen“ verlassen. Ich verlasse mich auf einen guten Algorithmus und die Macht der Massen :slight_smile: Ich gebe diesem Ansatz mehr Chancen :wink:

Ist wahrscheinlich auch nicht nötig, vermutlich braucht man nur ganz gemütlich darauf zu warten, bis das ganze System von selbst zusammenkracht, weil es faul ist und verrottet bis ins Mark. Und ein Blick in die daily news zeigt, das dieser Prozess vermutlich schon begonnen hat und schnell voranschreitet.

Unsere Aufgabe wäre dann wahrscheinlich eher, auf die Übergangszeit und das was danach kommt, so gut wie möglich vorbereitet zu sein und schonmal Strukturen und Ansätze entwickelt und vielleicht auch schon im kleinen erprobt zu haben. Da ist dann auch das einzuordnen, was von Dir und anderen an sicherlich guten und sinnvollen Konzepten zum Thema OS Economy vorgeschlagen wurde.

Na, da sagst Du ja genau, was ich denke. Das System ist wichtig. Und es muss so schnell wie möglich geschaffen werden.
Wollen wir warten bis alles zusammenfällt?

Dann haben wir unter Umständen weder die Zeit noch die Mittel noch etwas auf größerer Ebene zu verändern.

Daher plädiere ich für eine schnelle Umsetzung dieses Projekts. Also im Rahmen der kommenden 1-2 Jahre. Wir können im OpenSource/IT-Umfeld starten mit Feldtests des Prototypen uns im NGO-Bereich (Hilfsorganisationen, Vereine) etc. ausbreiten und abschließend erreichen wir dadurch alle anderen.

ich habe es hier gepostet, da fast immer solche Diskussionen zu keine konkrete Ergebnisse führen. Falls was konkreteres rauskommt und irgendjemand von uns ist dafür committed, können wir den Post verschieben.

Meiner Sicht, wir haben viel wichtigere Aufgaben als an die gesamte Wirtschaft zu denken. Wie wir miteinander „wirtschaften“/in Beziehung stehen, wird sich organisch entwickeln. Ich werde nicht mehr darüber denken und falls gefragt im Forum auch keine Antworten geben, weil es für mich Zeitvergeudung ist.

Mein priorisiertes Ziel ist erst mal Open Hardware.

Das, worüber Aron spricht, ist ein Projekt groß genug an sich selbst. Dafür braucht man viel Zeit zu investieren, die sonst in konkreter Open Hardware Entwicklung investiert werden kann.

@Nikolay

Hast Du eigl. den Thread-Verlauf komplett gelesen oder nur überflogen? :slight_smile:
Ich frage, weil wir hier die ganze Zeit über ein konkretes Projekt - also schon die Lösung des Problems - diskutieren, und nicht über theoretische Wirtschaftsmodelle, die in der Tat meist zu keinem Ergebnis führen.

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass viele von uns und viele zukünftige Mitglieder eher im IT/PR/Ingeneurleistung/Konzeption/Prozess- und Methodenentwicklung/R&D -etc.-Bereich aktiv sein können/wollen und nicht unbedingt lokal an der Maschinenentwicklung & Bau beteiligt sind. Da sehe ich viele freie Ressourcen in Zukunft. Das Projekt entwickel ich übrigens in meiner Freizeit neben OSE seit geraumer Zeit. Es geht also nicht um ein „neues“ Projekt das Zeit der Open Hardware-Entwicklung „klaut“.

Alle diese Projekte sind wichtig. Dieses System brauchen viel mehr Organisationen und Menschen auf der Welt als z.B. einen Ofen. Was meinst Du wie viele Menschen jeden Tag sterben, weil Güter ineffizient verteilt werden oder Menschen sich nicht finden können, um sich gegenseitig zu helfen? Was meinst Du wie viele OpenSource/Projekte scheitern weil sich nciht die richtigen KnowHow-Träger treffen ( die vl. die gleichen Ziele hätten, sich aber nicht treffen)?

Nur um den Ofen nicht „im Regen“ stehen zu lassen. Jedes Jahr sterben 1.4 Millionen Menschen an den folgen von giftigen Gasen offener Feuer.
Holzvergaserofen würden diese Zahlen nachweislich (siehe Studie verlinkt im Wiki) massiv senken.

@Aron, ich habe genug darüber gelesen. Wenn wir uns treffen, können wir weiter reden. Für mich das ist zu groß und will keine Zeit darin investieren. Etwas ähnliches wollen viele Menschen machen. Du könntest die OpenStreeMap-Leute und Daniel, http://www.velaia.de/aboutvelaia/team/daniel-n-lang, darüber fragen.

Sorry, aber das ist beides etwas völlig anderes vom Konzept her :slight_smile:

Das Konzept ist bisher Unique.

Ich sage nicht „OpenStreeMap“ weiterentwickeln, sondern - die LEUTE bei OpenStreetMap und Daniel sind interessiert an Software zur Verbesserung der Verteilung der Gütern.

@Aron: Ich will Deinen Enthusiasmus nicht bremsen und es spricht ja auch nichts dagegen so ein System schon mal vorab zu entwickeln. Ich meinte nur, man sollte sich der zu erwartenden Widerstände bewusst sein und auch nicht darauf setzen, dass man sich ja auf der (bislang noch) legalen Seite bewegt (Gesetze können angepasst werden) oder gar auf die Massen oder auch nur zu sehr auf Technologien wie Verschlüsselung und Anonymisierung oder einfach darauf, dass der „Gegner“ sich an die Spielregeln hält. Wenn tatsächlich die Technologie als solche nicht zu knacken ist, dann gibts auch noch andere Möglichkeiten. Sehr beliebt ist folgende: Suche dir einfach einzelne Individuen aus der Masse aus und statuiere ein für alle sichtbares Exempel an denen - je ungerechter und grausamer umso besser die Abschreckung. Das sieht man derzeit sehr schön am Beispiel von J.Assange, der läuft mit ner elektronischen Fussfessel rum und wartet auf seine Auslieferung nach US auf dem Umweg über Schweden. Hat auch nicht das verbrochen, was man ihm vorwirft, aber da wurde dann halt etwas konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Und ich schätze mal, Anonymous wird früher oder später auf ähnliche Weise behandelt werden. Und bei irgendwelchen raubkopierenden Kiddies klappts auch wunderbar, sobald der erste 14-jährige angeklagt und zu ner Millionenstrafe verdonnert wurde, ist damit den übrigen signalisiert worden, dass ihre Jugend und die Anonymität des Internets kein wirklicher Schutz ist, und wenn die Kandidaten selbst schon nicht einsichtig sind, dann zumindest deren Eltern. Aber was solls, wir werden sehen wie sich die Dinge noch entwickeln. Und inzwischen kann man ja schonmal an dem Projekt arbeiten.


@Nikolay: Ich sehe es im Prinzip ähnlich wie Du, dass man sich gerade im Anfang möglichst auf ein paar vorzeigbare Hardwareprojekte konzentrieren sollte, allein schon um damit weitere Mitstreiter zu gewinnen. Solange wir die aber noch nicht haben bringt es nicht viel eine effiziente Ressourcenverteilung gestalten zu wollen, da im Moment viel Arbeit auf wenigen Schultern lastet und daher der Spassfaktor als wichtige Motivationsgrundlage erhalten bleiben muss. Und es ist doch auch ok, ein paar mehr Projekte und Visionen zu entwerfen oder kurz anzureissen, in der Hoffnung das sich da für künftige potentielle Interessenten etwas atraktives darunter befindet und jemand anderes später den Faden aufnimmt und die Sache weitertreibt.

Meiner Sicht, wir haben viel wichtigere Aufgaben als an die gesamte Wirtschaft zu denken. Wie wir miteinander „wirtschaften“/in Beziehung stehen, wird sich organisch entwickeln. Ich werde nicht mehr darüber denken und falls gefragt im Forum auch keine Antworten geben, weil es für mich Zeitvergeudung ist.
Mein priorisiertes Ziel ist erst mal Open Hardware.

grins, soweit ok. Aber steht das nicht ein bischen im Wiederspruch zu folgendem Posting:

As I and Aron wanted to create the first workshop in Munich, we agreed that we need a concrete vision for the Open Source Economy that:

  • is common uniting vision for everyone in Europe.

bzw. was hast Du denn sonst damit beabsichtigt oder erhofft, als Du OpenSourceEconomy als OSEG-Projekt eingerichtet hattest ?

Gruss, Oliver