Solar-Dörr-Ofen

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case
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Re: Solar-Dörr-Ofen

Beitrag von case » Di 5. Jun 2018, 11:43

Hallo Lukas,

Dein Hinweis auf eine mögliche Schadstoffbelastung ist absolut berechtigt !

Ich muss gestehen, dass ich mir damals diesbezüglich gar keine Gedanken gemacht habe und ich habe die OSB-Platte hauptsächlich deswegen verwendet, weil ich davon noch Material vorrätig hatte.

ESB dürfte keine Alternative sein, es hat zwar bessere Quellungseigenschaften als OSB, aber der verwendete Formaledhyd-basierte Leim ist der gleiche.
Ähnlich dürfte es wohl auch bei Sperrholz aussehen, wobei noch ein recht hoher Preis hinzukommt, der für diesen Anwendungszweck einfach nicht gerechtfertigt ist und wo dessen besondere Materialeigenschaften hier keinerlei Vorteile bringen.

Alle drei, also OSB, ESB und Sperrholz sind ausserdem suboptimal, was das Quellungsverhalten betrifft. Wobei ich meinen Solartrockner jetzt seit vier Jahren in Betrieb habe und der dabei Wind und Wetter ausgesetzt war und sich bislang sehr gut gehalten hat, also noch keine Feuchtigkeitsschäden erkennbar sind, aber vier Jahre sind so gesehen auch noch kein sonderlich langer Zeitraum.

Das Ausdünstungen auftreten können würde ich bei näherem nachdenken keineswegs ausschliessen (allein schon aufgrund der erhöhten Temperaturen welche durchaus 40°C und mehr betragen können) und selbst wenn sie durch den Luftstrom abtransportiert werden, so führt dieser Luftstrom doch mitten durch das Dörrgut hindurch. Deshalb halte ich eine Anreicherung im Dörrgut auch für durchaus möglich.

Damit wäre das Mittel der Wahl wohl eindeutig Massivholz, womit all diese Probleme nicht auftreten. Insbesondere Fichtenholz ist recht günstig, leicht zu verarbeiten und wenn Du es mit Leinöl behandelst ist es auch wetterfest. Wenn ich die Sache nochmal machen würde, dann würde ich wahrscheinlich "Rauhspund" verwenden, das ist m.E. noch etwas günstiger als etwa Leimholzplatten aus dem Baumarkt und aufgrund der Nut-und-Feder Verbindung kann das Holz auch noch arbeiten und reisst nicht .




Noch ein kleiner zusätzlicher Tip (der allerding nix mit Deiner Fragestellung zu tun hat): Was ich definitiv anders machen würde und bei meinem Dörrer demnächst auch nochmal überarbeiten will, das ist einen anderen Lüfter zu verwenden. Ich habe ja so einen Badezimmer-Lüfter verwendet der mit 230V Wechselstrom läuft und eine Leistung von ca. 110 Kubikmeter/h hat. Ich dachte zwar zunächst "Viel hilft viel", aber in der Praxis hat sich herausgestellt, das das einfach zuviel ist ;) soll heissen, die Luft wird da zu schnell durchgezogen und hat innerhalb des Kollektors nicht genügend Zeit um viel Wärme aufzunehmen.

Ich würde stattdessen daher lieber einen großen 12 Volt Gleichstrom - Lüfter verwenden (also zB. einen großen PC-Lüfter, mit ca. 80 oder 90 Kubikmeter/h), bei dem man dann mittels eines Arduino und zweier Temperatursensoren relativ easy die Drehzahl regeln kann (was bei 230V AC eher problematisch oder zumindest deutlich aufwendiger ist). Damit müsste sich der Luftstrom dann so aussteuern lassen, dass jederzeit die optimale Menge an Wärme im Kollektor aufgenommen werden kann. Damit kann der Solardörrer auch an weniger warmen bzw. sonnigen Tagen noch effektiv arbeiten.

Ausserdem kann ich dann ein kleines Solarpanel aufs Dach des Solardörrers montieren und damit den Lüfter und den Arduino mit Strom versorgen. Dadurch entfällt nicht nur das lästige lange Kabel zur nächsten 230V-Steckdose, sondern das Projekt würde der Bezeichnung "SOLAR-Dörrer" gleich doppelt gerecht. ;)

Viel Erfolg beim Bauen und Gruss,
Oliver
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