Good vs. Great

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nikolayhg
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Good vs. Great

Beitrag von nikolayhg » Do 14. Feb 2013, 14:12

Hallo zusammen,

in den letzten Wochen habe ich mehr über Entrepreneurship gelesen und darüber gedacht WIE ich langfristig leben und arbeiten will. Ich werde in den nächsten Tagen mehr darüber mitteilen. Als erstes würde ich jedem/r, der/die die Open Source Ökonomie mitentwickeln will, empfehlen die folgende Zusammenfassung von einem guten Buch zu lesen: http://cloud.opensourceecology.de/apps/ ... 72982d5088 - vieles was hier steht, entspricht meine aktuelle Gedanken und aktuelle und zukünftigen Handlungen.

LG, Nikolay

Tony Ford
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Re: Good vs. Great

Beitrag von Tony Ford » Do 14. Feb 2013, 18:15

Es gibt durchaus Unternehmen, welche solche Dinge fördern.

Eine Vielzahl von Unternehmen aber haben auf dem Papier eine gute Unternehmenskultur und richten sich nach solchen Werten wie du genannt hat, aber auch z.B. an Lean sowie der Erkenntnis, dass man Kompetenzen nicht zentrieren sondern möglichst nah an der Basis weiterdeligieren sollte.

Wenn es in einem Unternehmen gut läuft, Umsatz und Gewinn stimmt, so werden jene Vorgaben in der Tat sogar zu einem nennenswerten Teil gelebt.

Doch spätestens wenns mal nicht ganz so rund läuft, fällt der Manager, Unternehmer, Investor, usw. in alte Muster kurzsichtiger Logik zurück, nämlich Kosten sparen zu müssen.
Das ist so als würde man versuchen die Reichweite eines Autos zu erhöhen, indem man glaubt, dass wenn man Benzin ablässt, die Gewichtsvorteile einen Reichweitengewinn ergeben.
Die Wissenschaft hat hierzu Analysen gemacht und festgestellt, dass Kostensparen das wohl Dümmste ist, was ein Unternehmen tun kann, ja das Wort Kostensparen schon in sich was von "Ich schrumpfe mich weg" hat.
Ein kluger Investor, Unternehmer und Manager würde das Wort "Kostensparen" niemals in Betracht ziehen, sondern stattdessen schauen, wie er die Effektivität erhöhen kann, unabhängig der Kostenentwicklung, denn ein kluger Unternehmer weiß, dass er nicht nur eine Ausgaben- sondern auch eine Einnahmenseite hat.

Ein kluger Unternehmer sagt Kundenaufträge in Boomzeiten ab, denkt nicht an einer deutlichen Kapazitätserweiterung, stattdessen sorgt er für schlechte Zeiten vor, senkt die Verschuldung und kauft dann günstig ein, wenn die Krise da ist und die Anlagenhersteller sowie Mitarbeiter ein großes Interesse hegen und alternativarm sind.

Ich kenne selbst einen solchen erfolgreichen Unternehmer und ehemaligen Manager, der eben klug handelt und selbst in der Finanzkrise 2008/2009 absolut keine Probleme hatte einen Kredit von seiner Bank zu bekommen, im Gegenteil, die Bank kam sogar auf ihn zu. Dies tun sie nicht ohne Grund, weil die Bank genau weiß, dass sie ihre Kredite samt Zinsen nahezu risikofrei zurück erhält.

Meiner Meinung nach wird open-source sowieso langfristig zu einer Veränderung der Unternehmensstrukturen führen und meiner Meinung nach könnte es eine Renesaince der Kleinen- und mittelgroßen Unternehmen geben, weil open-source Großkonzernstrukturen überflüssig macht bzw. die Vorteile der Massenfertigung sehr viel niedriger liegen als es Heute der Fall ist.
Der Grund liegt in den sehr viel niedrigeren Entwicklungskosten und Kostenoverhead, denn nur dadurch braucht es Heute die Massenfertigung um rentabel sein zu können.

Beispiel hierfür ist VW, die Entwicklungskosten eines VW Golf kenne ich zwar nicht, doch ich schätze, dass diese Kosten im mehrstelligen Millionenbereich liegen werden, welche man dann nur durch Masse wieder reinholen wird können.
Wenn man nun ein Wikispeed-Auto nachbauen will, so braucht es diesen Overhead nicht mehr und lediglich braucht es die Materialien zur Herstellung.

Somit könnte das Optimum der Herstellung irgendwo bei mittelständigen Unternehmen liegen, da hier die Masse Kostenvorteile bei der Materialbeschaffung sowie der Automatisierung der Montage bietet.
In größeren Unternehmen hingegen werden die Verwaltungskosten die Kostenvorteile egalisieren. Hierbei sei anzumerken, dass in größeren Unternehmen der Kostenanteil an Verwaltung nicht selten bei über 50% liegt, hab ich mir zumindest zuletzt mal sagen lassen.

seeder
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Re: Good vs. Great

Beitrag von seeder » Do 14. Feb 2013, 20:36

Die Zeiten klassischer Unternehmen sind ohnehin gezählt.

Unmerklich entwickelt sich im Darknet eine Evolution in der gesellschaftlichen Entwicklung: Die steuer- und gewerbefreie Produktion, und über sie der Zusammenbruch der Konzerne, Staaten und Regierungen.

So einfach und risikolos wie heute war es noch nie die Fesseln der Prostitition abzuschütteln und sich auf eigene Füsse zu stellen.

Die einen springen früher, die anderen später auf diesen nicht mehr zu stoppenden Zug auf.
"Netzwerk privater Produzenten - steuer- und gewerbefrei" auf Retroshare

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