Mobile Earthship - Prototyping Platform: The [MOEHRSHIP]

The Mobile Earthship is a mobile prototyping platform for green/ecologic autonomous working and living.
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aron
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Mobile Earthship - Prototyping Platform: The [MOEHRSHIP]

Beitrag von aron » Mi 4. Jul 2012, 21:38

Ich habe seit langem den Wunsch, einen "Wohnwagen" / Mobile Home zu entwerfen, das wie ein Earthship fungiert und ein Leben "off the grid" ermöglicht:

http://earthship.com/

In diesem Projekt kommt vieles zusammen: DiVER brauchen wir hier genauso wie einen Holzgasofen. Wäre dieses Fahrzeug mit einem Holzgas-Dieselmotor sowie TiVA ausgestattet könnte das Mobile Earthship in der Tat off the grid existieren. Solche Mobile Homes könnten wie mobile EcoLabs fungieren. Außerdem könnten Menschen in Mobile Earthships in einem FeF-Dorf leben.

Ich habe einfach mal die Initiatoren von earthship.com angeschrieben und warte noch auf Feedback.
Zuletzt geändert von aron am Mo 16. Jul 2012, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.

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case
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Re: Mobile Earthship

Beitrag von case » Do 5. Jul 2012, 01:03

Hi Aron,

die Earthships sind cool, keine Frage. Aber das mit dem "Mobil" stell ich mir in dem Zusammenhang etwas schwierig vor, weil das schon allein aus Platzgründen den meisten Design-Principles der Earthships zuwiederläuft. Angefangen bei der Verwendung natürlicher und lokal vorkommender Baumaterialien, also sowas wie Lehm, Du kannst den Caravan schlecht aus Lehm bauen. Weiter gehts mit großen Dachflächen zur Regenwassersammlung plus Speichermöglichkeit für das gesammelte Wasser. Und dann das Prinzip des inneren Gewächshauses. Du könntest bestenfalls vor die Fenster jeweils einen Topf mit einer Tomaten- und einer Gurkenpflanze stellen

Du müsstest also eh jede Menge Abstriche machen, daher würde ich vorschlagen, sich einfach nur auf den Energie-Unabhängigkeits-Aspekt zu konzentrieren. Du könntest den Caravan besonders dick isolieren um mit einem Minimum an Heizaufwand klarzukommen. Und denn gibst doch diese Container, wo ein kleines Windrad, ein paar Solarpanels und Batterien und Wechselrichter drin enthalten sind, um egal wo eine rudimentäre Energieversorgung etablieren zu können. Das vielleicht noch ergänzt mit ein, zwei Thermosolarpanels und einem 400L Pufferspeicher, das wäre doch schon ein schöner Ansatz. Wobei es mich denn allerdings zumindest konzeptionell immer noch schwer stören würde, das das Teil um fahren zu können, an der Tankstelle mit fossilen Brennstoffen betankt werden muss. Wenn Due s also ganz konsequent machen wolltest müsstest Du vielleicht noch einen Elektroantrieb vorsehen; vielleicht ginge das sogar, wenn man den Caravan ansonsten mit Schwerpunkt auf extreme Leichtbauweise konzipiert.

Was aber die Earthships ansonsten betrifft, so wäre es vielleicht ganz reizvoll, mal darüber nachzudenken, ob man die FeFs nicht nach diesem Prinzip gestaltet.

Wobei, es muss m.E. nicht unbedingt exakt das Earthship-Modell sein, etwas anderes, dem Sinne und dem Geiste nach wäre vermutlich auch ok. Dazu hier ein Link auf etwas, das ich auch ganz nett finde, nennt sich Biosolarhaus: http://www.bio-solar-haus.de/

Tja, und wenn ichs so recht bedenke, dann fällt mir gerade auf, das das Haus in dem ich lebe eigentlich auch gar nicht mehr soweit davon entfernt ist: Wir haben Photovoltaik- und thermische Solarpanels auf dem Dach, dazu im Garten einen Brunnen, Regenwasser vom Dach kann auch gesammelt werden (wird aber bislang nochnicht genutzt, ich möchte das ev. später mal als dicken Pufferspeicher (immerhin 16 Qubikmeter) für Tests zur saisonalen Wärmespeicherung verwenden, d.h. 16 Kubik sind dafür noch viiiiel zu wenig, aber vielleicht kann man die Sommerwärme ja zumindest ein Stück weit bis in den Herbst mitnehmen. Mal schauen. Ja, und Gemüse wächst bei uns im Garten und Gewächshaus ;) Und seit zwei Jahren heizen wir mit Holz. Trotzdem sind wir noch von einer völligen Unabhängigkeit Lichtjahre weit entfernt, die Realität sieht bei Licht betrachtet nämlich so aus:
Die PV-Panels müssen sich erstnochmal ein paar Jährchen selbst abzahlen ehe ich den Strom für mich nutzen kann, das Holz als Heizmaterial muss ebenfalls hinzugekauft werden und statt Holz würde ich lieber mit Sonne heizen ;) Und was den Brunnen betrifft, so ist das zwar ok für Gartenbewässerung, aber man muss nicht glauben, das man das Wasser auch selbst trinken dürfte (obwohl die Qualität dafür völlig ok ist). Da hätte dann nämlich das Wasserwerk ein Problem damit, die wollen ja auch gern Geld verdienen, das nennt sich dann "Anschlusszwang".

Auf der EarhshipWebseite gibts ne Rubrik die heisst "Small Pockets of Freedom", das ist einfach ne Auflistung von Ländern, in denen ökologisches bauen eher problemlos möglich ist und umgekehrt, in welchen Ländern einem jede Menge bürokratische Hürden entgegengesetzt werden. Dabei gehts nur um Amerika, aber man darf mal spekulieren zu welcher Kategorie Deutschland wohl gehören würde ;)

Vielleicht sollte man mal ein Projekt zum Thema bürokratische Hürden machen, ich wette, damit werden wir in Zukunft, falls sich OSEDE wie erhofft entwickelt noch sehr häufig zu tun bekommen. Und es hat ja auch schon angefangen, etwa bei den Betrachtungen zum OpenECOLab und der von Mike genannten landwirtschaftlichen Bauordnung. Und es wird weitergehen, wenn wir mal ne Windturbine im Garten aufstellen wollen, von wegen Mastbau usw. Zum einen ist das in DE noch gar nicht bundeseinheitlich geregelt (was Kleinwindradanlagen betrifft, meine ich, grosse natürlich schon) und zum andern kann man wohl getrost davon ausgehen, das über 6m Masthöhe in einem normalen Garten gar nix geht, vermute ich zumindest. Naja, zum Glück machen wir ja ne VAWT, da brauchts nicht unbedingt soone dolle Masthöhe.

Gruss, Oliver
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aron
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Re: Mobile Earthship

Beitrag von aron » Do 5. Jul 2012, 01:43

:)

Super Feedback!

Also dann schreib ich mal kurz meine Gedanken dazu - gesammelt:

Mobile Home heißt ja nicht, dass ich jederzeit einpacken und losfahren können muss. Wir sind ja nicht auf der Flucht :) D.h. wenn man z.B. Fläche um das Mobile Home herum (so etwa wie ein Vorzelt, bloß größer) mit einschließt in dieses Konzept - das aber wie gesagt nicht mitfährt und nicht lebensnotwenig / energieversorgungsnotwenig ist, dann wäre das auch denkbar.

Zudem würde ich vorschlage, dass das Mobile Home mit Holzgas fährt. Der oben beschriebene Holzgasmotor sollte dafür effizient genug sein. (Unsere ungloreichen Vorfahren haben das Ende der 30er schon gemacht, als die Ressourcen knapper wurden - allerdings nicht mit Kleinwagen sondern mit Schwerlast-Kraftwagen. Daher kommt übrigens auch die Grundlagenforschung in diesem Bereich) Wenn man unterwegs ist, muss man das Holz auch nicht unbedingt kaufen. Da fährt man einfach in den nächsten Wald und besorgt sich rum liegendes Verschnittholz, dass andernfalls verrotten würde und sorgt damit sogar noch für die Entlastung der lokalen Forstbetriebe :)
(Es wurde übrigens mal nachgewiesen, dass Holz dass verbrannt/vergast wird eine bessere CO2-Bilanz hat als Holz dass nass-vergammelt)

Also gegen einen kleinen Gartenanbau ist sicher nichts zu sagen bei einem mobile Home. Das Gewächshauß ließe sich mit einem dedizierten Holzvergaserofen (FLAME) beheizen, genauso wie der Wohnwagen selbst. Wasser könnte man auch auf der Grundfläche sammeln, aber da wir ja mobile sind, siedeln wir einfach an einem Bach. In sonnigen Gebieten, lässt sich das Wasser auf einer spiegelnden (z.B. Alu)-Fläche in Plastikfalschen mit Sonne bescheinen - und damit vorreinigen. Einen guten Umkehrosmose-Modularfilter will man aber eigl. nicht missen. Einen Anschlusszwang ans Wassernetz hat ein Wohnwagen auch nicht :)

Eine TiVA ließe sich auf's Dach schrauben. Gut wäre auch eine Wasser-TiVA die man in den Bach stellt. Auf solar würde ich ggf. weitgehend verzichten weil in kleiner Fläche zu ineffektiv und auch zu teuer. Solarpanels können wir auch nciht selber bauen / reparieren. Holzvergaser hingegen schon :)

Deine Idee mit dem Leichtbau ist super. Kohlefaser/Glasfaser wäre hier eine gute Idee. Genehmigungen hat man bei Wohnwägen kaum - da sucht man sich einfach einen Bauern mit Land (Privatgrund) und Bach - oder einen netten Campingplatz-Besitzer und die Sache ist erledigt.

Was wir brauchen ist eine Betriebszulassung für den Wohnwagen selbst. Da muss man das Konzept halt in deutschen Normen ausrichten.
Wenn es den deutschen Normen Standhält, bekommste für das Teil auch weltweit Zulassung :)

LG,
Aron

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Re: Mobile Earthship

Beitrag von case » Do 5. Jul 2012, 03:17

OK, hab soweit verstanden dass Du eher eine Art mobiles Home meinst, was aber normal auch für längere Zeit an einem Ort steht, anstatt eines Wohnmobils.
Was wir brauchen ist eine Betriebszulassung für den Wohnwagen selbst. Da muss man das Konzept halt in deutschen Normen ausrichten.
Ähm, was dabei die Sache vielleicht etwas vereinfachen könnte : Bau das Teil als modulare Einheit auf einen Plattform-Anhänger. Dann musst Du nur den Anhänger als nackte Plattform zulassen und durch den TÜV bringen und die Wohneinheit gilt als Ladung. Das hab ich mit meinem Marktstand auch so gemacht, nachdem ich gehört habe, was das für ein haarsträubende Akt ist, einen Wohnwagenartigen Aufbau (oder in meinem Fall einen Marktstand als festen Aufbau) zuzulassen. Das will man sich wirklich nicht antun und ist auch nicht nötig (soweit ich weiss).

Jedenfalls kann ich das Marktstand-Modul mithilfe vierer seitlich angebrachter Stützen quasi hochbocken und den Hänger darunter entfernen und dann stattdessen z.B. ein paar Transportkisten drauf montieren. Beide Module sind mit ordentlich dicken Schrauben und Muttern verschraubt, was ich als Ladungssicherung interpretiere und damit auch schonmal erfolgreich durch eine Polizeikontrolle gekommen bin. Die hatten mich angehalten als sie mein komisches Gefährt sahen und gleich wieder gehen lassen als sie die Verschraubung sahen. Ausserdem müssen die Maximalwerte für seitliche Überstände eingehalten werden, also mithin das, was die Strassenverkehrsordnung für Transport und Sicherung sperriger Dinge vorschreibt. Und wenn ich durch den TÜV muss, dann fahr ich nur mit dem nackten Plattformanhänger vor. Somit sind alle glücklich ;)

Gruss, Oliver
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Re: Mobile Earthship

Beitrag von case » Do 5. Jul 2012, 03:31

Auf solar würde ich ggf. weitgehend verzichten weil in kleiner Fläche zu ineffektiv und auch zu teuer. Solarpanels können wir auch nciht selber bauen / reparieren.
Da möchte ich wiedersprechen.

1. Die Panels sind stapelbar und damit auf kleinstem Raum zu transportieren, vor Ort können sie dann großflächig aufgebaut werden.

2. Zu teuer sind sie gerade dann nicht, wenn man sie selber baut. Solarzellen kosten nur etwa 20% des Preises fertiger Panels.

3. Gerade für eine solche mobile Anwendung bzw. kleine Panels ist Selbstbau sehr gut geeignet. Ich beschäftige mich schon länger damit. Das Problem ist die dauerhafte feuchte-Versiegelung. Wenns da nach zwei Jahren Probleme gibt und man hat riesige Dinger die dazu noch fest auf dem Dach montiert sind hat man ein Problem. Das stellt sich aber hier so nicht.

4. Was ich selber bauen kann, kann ich auch meist selber reparieren. Speziell bei den mobilen Panels würde ich daher sogar eine diffusionsoffene Bauweise in Erwägung ziehen (anstatt Versiegelung) damit bist Du dann auf der sicheren Seite und kannst jederzeit einzelne Zellen austauschen.

Ich hab hier selbst noch rund 1.5KWp an fabrikneuen Solarzellen rumliegen, die darauf warten verbaut zu werden. Bislang fehlte mir noch die Zeit dazu, langfristig habe ich vor, daraus Nachführungssysteme zu bauen, um noch mehr Ertrag da rauszukriegen. Und btw. die dienen dann ausschliesslich für den Eigenverbrauch, nicht zur Einspeisung.

Bei Interesse kann ich gerne noch ein bischen was zum Selbstbau von Solarpanels erzählen oder daraus ev. auch eine Art Mini-Projekt oder nen R&D-Thread machen.


Gruss, Oliver
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Re: Mobile Earthship

Beitrag von shure » Do 5. Jul 2012, 06:26

case hat geschrieben:nen R&D-Thread machen.
Ja, bitte!

(1,5 kWp ungenutzt rumliegen? Ist das nicht teuer?)
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Re: Mobile Earthship

Beitrag von case » Do 5. Jul 2012, 13:50

1,5 kWp ungenutzt rumliegen? Ist das nicht teuer?
Antwort darauf verschoben in einen neuen Thread unter
http://forum.opensourceecology.de/viewt ... p=544#p544

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