Betrachtungen zu Photovoltaik-Panels

In diesem Projekt werden neue Technologien, Verfahrenstechniken, Systeme erforscht, evaluiert und zur Verwendung in anderen Projekten vorangetrieben.
Antworten
Benutzeravatar
case
Beiträge: 741
Registriert: Mi 13. Jun 2012, 01:12

Betrachtungen zu Photovoltaik-Panels

Beitrag von case » Do 5. Jul 2012, 14:22

Hallo,

Alex schrieb: im Thread http://forum.opensourceecology.de/viewt ... f=28&t=100
1,5 kWp ungenutzt rumliegen? Ist das nicht teuer?
Tja, wie mans nimmt. Es fing alles so an: Ich bin Raucher ;) Und nein, ich habe nicht damit aufgehört zu rauchen, aber eines Tages bin ich umgestiegen von fertigen Zigaretten auf Selbstgedrehte (mit Slim-Filter, = extra dünn) und habe mir ausgerechnet, das ich damit rund 70 EUR pro Monat sparen kann. Und die wollte ich sinnvoll anlegen. Und so hab ich mir dann im Laufe de letzten 2 Jahre die 1.5KWp so nach und nach bei ebay zusammengekauft, wobei nur Angebote wahrnahm, bei denen das Wp nicht mehr als 50 cent kostete, manchmal hab ich auch weniger bezahlt wenn ich beim bieten Glück hatte. Rückblickend betrachtet habe ich also bei rund 750,- EUR auf 24 Monate verteilt rund 30,- EUR pro Monat bezahlt und somit rechnerisch sogar noch 40,- EUR vom gesparten Geld über gehabt. Man muss aber auch noch etwas für sonstiges Material zum Panelbau mit einkalkulieren, aber da bin ich ja bislang noch nicht zu gekommen ;)

Gibt mir aber trotzdem ein gutes Gefühl die Dinge hier rumliegen zu haben, vor allem wenn die jährliche Stromrechnung und Strompreiserhöhungen kommen, dann denk ich immer: Hachja, man müsste mal ... ;)

Soll heissen, bei der ganzen Kohle, die ich (bislang noch) RWE in den Rachen schmeisse ist da noch jede Menge Potential für weitere Solarzellen.

Und das gilt auch für Nichtraucher. Ich hab mir mal überlegt das man eigentlich aufgrund des Exponentialeffekts relativ easy eine Anlage finanzieren kann, wenn man nur konsequent das jeweils pro Jahr eingesparte Geld in Zellen anlegt, daraus Panels baut und im nächsten jahr dann noch mehr spart.

Also man würde beispielsweise im ersten Jahr sagen wir mal 40,- EUR pro Monat sparen und könnte sich dann 500 Wp Zellen kaufen (ich lass jetzt der Einfachheit halber mal das sonstige Material und den Arbeitsaufwand aussenvor).

Das würde bei rund 800KWh pro KWp und Jahr rund 400KWh ergeben, mal 0.25 cents wären das dann 100,- EUR, für die ich weitere 200 Wp an Zellen kaufen könnte. Im nächsten Jahr wären es dann schon 500Wp + 200Wp = 700Wp, die ich laufen lassen könnte und die mir 560 KWh erzeugen würden, so dass ich 140,-EUR erwirtschaftet hätte und dafür 280Wp an Zellen hinzukaufen könnte.

Damit hätte ich dann schon 980 Wp, das erste KWp ist also schon fast komplett. Damit würde ich im folgenden Jahr 748 KWh erzeugen, mit einem Wert von 196,- EUR, für die ich 392 Wp hinzukaufen könnte. damit hätte ich dann schon 1,372 KWp.

Undsoweiter. Ich bin sicher jeder von Euch kennt den Effekt exponentiellen Wachstums und natürlich hinkt die Rechnung auch wegen Vernachlässigung sonstiger Materialkosten, Arbeitsaufwand und benötigter Insel-Infrastruktur (Batterien, Laderegler, etc.), aber dennoch finde ich dies Betrachtung recht eindrucksvoll. Hätte ich die Zeit gehabt, die Dinger wirklich zusammenzulöten könnte ich vermutlich schon längst reich sein *grins*.

Aber Spass beiseite, Ich möchte damit nur der weit verbreiteten Annahme entgegenwirken, das Photovoltaik oder meinetwegen auch sonstige Alternativ-Energien teuer seien. Aus meiner Sicht ist nicht die Strom-Erzeugung das Problem, sondern die saisonale Speicherung, um die erzeugte Energie auch mit in den Winter reinnehmen zu können, wo ich sie brauche und aktuell nicht erzeugen kann. Das halte ich für das wichtigste Problem und ich wette, dies wird der breiten Öffentlichkeit so richtig klar werden in ca. 15 jahren, wenn bei den ersten Anlagen die 20-Jahre-EEG-Preisgarantie rum ist und die Stromkonzerne sich lächelnd hinstellen, die Hand aufhalten und sagen werden: "Klar könnt ihr Eure ganze überschüssige Energie bei uns ins öffentliche Grid einspeisen, wir hätten dafür nur halt gerne eine kleine Gebühr für die Nutzung unserer Netzinfrastruktur." Und diese Gebühr wird dann natürlich Jahr für Jahr immer weiter erhöht, bis von der Vergütung für den erzeugten Strom fast nichts mehr übrigbleibt.

Hupps, das ist jetzt doch etwas ausführlicher geworden als ursprünglich beabsichtigt ;) Ich werde das glaubich mal gleich als neuen Thread anlegen.

Gruss, Oliver


Nachtrag: bezüglich dem ursprünglich angedachten Mini-Projekt zum Eigenbau von Solar-Panels:

So, also ich hab grad mal nen schnellen Blick bei eBay reingeworfen, und dabei festgestellt, dass sich die Zeiten schon wieder etwas geändert haben ;)

Die Preise für fertige Panels sind inzwischen so niedrig, dass sie die 1,- EUR pro Wp-Marke nach unten durchbrochen haben.

Damit dürfte es sich wohl kaum noch lohnen, sich Panels aus Zellen selbst zu bauen. Und folgerichtig sehe ich dort auch fast keine Angebote mehr für lose Zellen.

Somit ist das Miniprojekt beendet ehe es begonne hat *grins*. Die Überlegungen mit dem exponentiellen Wachstum gelten aber dennoch, insofern mag das ganze seinen Sinn haben. Und was den konkreten Arbeitsaufwand betrifft, so sollte wir den besser in die Entwicklung von Insel-Lösungen stecken (DIVER ist schon ein schöner Ansatz dazu) und vor allem in die Energiespeicherungsfrage.

Ich werde aber dennoch hier der Vollständigkeit halber ein paar Erkentnisse zum Eigenbau von Panels ergänzen, die ich so im Laufe der Jahre zusammengetragen habe.
--- Man wächst nur, indem man etwas zuende bringt und etwas anderes beginnt ---

Mein Blog: http://makeable.de
OpenEcoLab-Charta: http://openecolab.de

Benutzeravatar
shure
Beiträge: 373
Registriert: Mo 11. Jun 2012, 16:15

Re: Betrachtungen zu Photovoltaik-Panels

Beitrag von shure » Di 24. Jul 2012, 13:51

case hat geschrieben:Ich werde aber dennoch hier der Vollständigkeit halber ein paar Erkentnisse zum Eigenbau von Panels ergänzen, die ich so im Laufe der Jahre zusammengetragen habe.
Na klar, erzähl mal! :)
“With great power come great heat sinks.”

Antworten

Zurück zu „Forschung & Entwicklung ("R&D")“